Auf nach Guatemala – Flores, Tikal, Rio Dulce und Livingston

Die Regenzeit hat begonnen. Es regnet jeden Nachmittag/Abend. Zuerst kommt der Wind und die Wolken und dann beginnt es zu tröpfeln. Das ist dann der allerspäteste Zeitpunkt irgendwo ins Trockene zu gehen. Denn dann schüttet es nur wie aus Kübeln und das stundenlang. Und es kühlt ab, trotzdem kann man aber immer noch mit einem T-Shirt herumlaufen. Kurz vor der Regenzeit wurde es nachmittags bis zu 45 Grad warm. Zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit vergeht einem die Lust sich gross zu bewegen. Der Schweiss kann Einem einfach so runterlaufen, wenn man nur so dasitzt. Aber daran werde ich mich gewöhnen müssen. So habe ich auch nichts gegen Duschen ohne warmes Wasser.

Flores ist ein herziges kleines Städtchen auf einer Halbinsel. Man kann sich einfach von einem Boot als eine Art Taxi auf einen schönen Strand übersetzen lassen und dort in sauberem, recht klarem, warmen Wasser baden. Die meisten Touristen sind aber in Flores um die Mayastätte Tikal zu besuchen.

Der Wecker sollte morgens um vier Uhr klingeln. Aber natürlich hat mein Handy mal wieder nicht funktioniert. Aber wie die Schweizer Uhr bin ich um vier Uhr einfach aufgewacht, aufgestanden und habe meine Sachen zusammengepackt. Die Fahrt im vollbepackten Minibus war nicht sehr bequem und ich wollte eigentlich gerne nochmal zwei Stunden schlafen. In Tikal hat uns dann ein Frühstück erwartet. Danach ist die Gruppe mit Führer losgelaufen bevor die grosse Hitze kommt. Wir waren viereinhalb Stunden in den Ruinen unterwegs, haben so manche steilen Treppen bestiegen um den wundervollen Ausblick auf den Dschungel und die herausragenden Ruinen zu haben. Und ab und zu haben wir Brüllaffen gehört oder in den Bäumen über uns beobachten können, die so laut brüllen, dass man sie kilometerweit hört. Und schon hat mich die Natur Guatemalas in ihren Bann gezogen.

Mein nächstes Ziel war Rio Dulce, am Izabalsee. Ich wollte unbedingt ins Dschungelhostel, das von Schweizern geführt wird. Aus dem Bus ausgestiegen war da schon ein wohl auf Kommission arbeitender Guatemalteke, der mich gleich zum Bootssteg geführt hat und die Hostelbesitzer angerufen hat, damit mich diese abholen kommen. Und einige Minuten später habe ich seit Langem wieder einmal Schweizerdeutsch gesprochen. Im Hostel angekommen habe ich dann auch gleich Corinne aus Hohenrain kennengelernt, mit der ich einige tolle Tage verbracht habe. Es war ein Schweizer Fest im Dschungel. An einem Tag waren nur Deutschschweizer da und abends gab es ein Buffet mit schweizerisch angehauchtem Essen als hätte die Mama gekocht. Nach einem Abstecher zu einem heissen Wasserfall mitten im Wald, bin ich mit Corinne auf einem Boot vorbei an grünen Hängen nach Livingston gefahren.

In Livingston leben vor allem Garifunas, die karibische Vorfahren haben, schwarz sind und eine ganz andere Mentalität haben. Und wieder einmal war ich von Rastafaris und einer easygoing-Stimmung umgeben. Wir waren in einem Partyhostel, wo mächtig die Post abging. Nach dem leckeren Abendessen wurden dann Trinkspiele geführt. Später habe ich einen Mitarbeitenden, meistens Reisende, die auf der Durchreise ein paar Wochen oder Monate hängen bleiben, getroffen, der mir schliesslich gesagt hat, dass das Hostel sein Geld damit verdient Leute betrunken zu machen. Wir haben also ein Kartenspiel gespielt, wo ich echt den Zonk getroffen habe und einen halben Liter diverser Alkoholika trinken musste, weil ich den vierten König erwischt habe. Später sind wir dann noch ausgegangen. Im Regen sind wir den Hügel hoch und auf der anderen Seite wieder runter zu den Dorfdiscos gelaufen. Und das Bild was sich da bot, habe ich selbst in Kuba nie so gesehen…

Da stehen ganz viele Pärchen an einer Wand. Die Frau direkt an der Wand, der Mann dahinter und es wird so getanzt, dass es nach was anderem als Tanzen aussieht ;-) Und das Verrückte ist, dass noch ganz viele Pärchen eine Schlange bilden und dafür anstehen auch einen Platz an der Wand zu ergattern. Und wer sich jetzt denkt, wo ich denn war… das war eine ganz „normale“ Disco oder auch welcome to the Caraibe!

Nach einem gemütlichen Sonntag an der Playa Blanca war es Zeit der Partyszene wieder zu entfliehen und eins der schönsten Naturspektakel all meiner Reisen zu bewundern…

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