Unbeschreibliche Natur und Adrenalinschub in Semuc Champey, Lanquin

Viele Reisende, die ich getroffen habe, haben von Semuc Champey und der Zephyr Lodge in Lanquin geschwärmt. Nachdem ich die ersten Bilder gesehen hatte, war defintiv klar, dass ich dahin wollte.

Die Fahrt von Rio Dulce nach Lanquin war sehr aufregend und ging über Berge und kleine Pässe auf Strassen, die in der Schweiz einen besseren Feldweg darstellen. Neben der Strasse lauert der Abgrund, Leitplanken oder sowas gibt es natürlich nicht. Aber für mich kein Grund zur Panik. Ich genoss den Ausblick auf die Hänge und Berge um mich herum und bin abends bereits bei Dunkelheit im Hostel angekommen. Zum Glück hatte ich eine Reservation – etwas was ich normalerweise nicht mache -, denn das Hostel war sehr beliebt und permanent bis aufs letzte Bett ausgebucht. Mein Bett war in einem grossen Schlafsaal direkt im Fenster mit einer kühlen Brise nachts.

Am nächsten Morgen gings früh raus, ab in den Nationalpark. Zuerst stand wiedermal ein abenteuerlicher und adrenalinbepackter Höhlenbesuch an. Im Bikini, mit Sandalen an den Füssen und einer Kerze in der Hand in eine Höhle schwimmen? Man tut es einfach und lässt sich mitreissen voller Erwartung, was man in der Höhle erblicken kann. Und erneut musste ich über Steine und Felsbrocken kraxeln. Diese Tour war sogar noch abenteuerlicher. Wir gingen über viele glitschige Leitern, konnten an einem Seil einen Wasserfall hochklettern oder durch eine stockdunkle Höhle hinunterrutschen. Das war definitiv das krasseste und ich musste mich doch sehr überwinden. Der Guide demonstrierte uns wie man sich hinsetzen muss, wo man sich hält und dann lässt man einfach los und lässt sich in ein dunkles Loch von ca. einem Meter Durchmesser fallen. Der Guide hat jeden Einzelnen aufgefangen, damit man sich nicht den Kopf anschlägt und gleich wieder nach Luft schnappen kann, wenn man aus dem Wasser auftaucht. Es folgten viele Sprünge in kleine Becken immer die Kerze mit dem ausgestreckten Arm hochgehalten, damit das Licht nicht löscht…

Und das Abenteuer war noch nicht zu Ende. Kaum aus der Höhle draussen sind wir über eine Schaukel in den Fluss gesprungen. Die Schaukel lässt einen so gegen 10 Meter durch die Luft fliegen bevor man loslässt, sich ins kühle Nass fallen lässt, nach Luft schnappt und schliesslich gegen eine ziemliche Strömung wieder ans Ufer schwimmt. Nochmal, bitte! Die Verrückten sind dann weiter den Fluss runter noch von einer Brücke gesprungen. Das war mir dann doch zu abenteurlich.

Nach einem stündigen Fussmarsch zum Aussichtspunkt, wo sich die berühmten tollen Bilder von Semuc Champey mit seinen türkisblauen Naturpools machen lassen, ging es wieder runter um die Becken zu erkunden. Und auch da wartete ein weiterer Adrenalinschub. Es gibt nämlich natürliche Rutschbahnen. Man setzt sich ins Wasser und rutscht mit nichts als dem Bikini auf moosbewachsenen Steinen runter ins nächste Becken. Selbstverständlich ist es äusserst schwierig in der Natur den Rutschweg zu kontrollieren und so habe ich mir auch eine kleine Schramme geholt.

Das Wasser war glasklar, so dass ich die Augen unter Wasser offen behalten konnte und auch durch eine Höhle hindurchgetaucht bin. Wow, was war dass denn für ein toller Tag. Adrenalingeschwängert sind wir ins Hostel zurückgekehrt und haben den Abend mit leckerem Essen und ein paar Bierchen beendet.

Und am nächsten Tag wollte ich das berühmte Tubing ausprobieren. Man setzt sich auf einen grossen Reifen und lässt sich den Fluss hinuntertreiben. Aber ganz so einfach ist es doch nicht. Man muss schon etwas mit den Armen manövrieren, damit man nicht ins Gebüsch oder über kleine Steinschnellen treibt. Unser Guide hat in einem Netz ein paar Bierdosen mitgenommen, die im Wasser lustigerweise schwimmen. So haben wir also im Wasser treibend ein paar Bierchen genossen. Und wenn die Dose mal reingefallen ist, konnte man das Bier im oberen Teil des Flusses trotzdem noch trinken, weil das Wasser da sauber und rein ist. Einfach herrlich gemütlich und wunderschön abkühlend.

Das Hostel war vom Dorf abgelegen auf einem Hügel gelegen und bot einen wundervollen Ausblick. Mischung aus Natur, Wandern, Abenteuer, Wasser und guter Stimmung war einfach fantastisch. Dieser Ort hat mich echt verzaubert!

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