Schnell durch Honduras

Honduras hat touristisch gesehen nicht ganz so viel zu bieten wie andere Länder in Zentralamerika. Zudem soll Honduras seit Neustem das gefährlichste Land der westlichen Hemnisphäre sein. Gute Gründe mir nur zwei Orte anzusehen.

Die Fahrt von Antigua, Guatemala, nach Copan, Honduras, war etwas speziell, da ich mit einem in Copan lebenden Kanadier den Minibus für mich alleine hatte. Und als wir abends an der Grenze waren, es war schon dunkel, hatte die honduranische Seite keinen Strom. Ich konnte ein Gebäude erkennen, es war aber so dunkel, dass ich den Eingang kaum fand. Drinnen haben mir dann freundliche Beamten mit einer Taschenlampe in der Hand den Stempel in meinen roten Pass – der übrigens gerne mit einem angenehm und freundlich klingenden “ah, Suiza” kommentiert wird – gedrückt. Schon war ich wieder im Bus und dann in Copan, wo mich der Kanadier freundlicherweise zu meinem Wunschhostel begleitet hat, weil es ja dank des Stromausfalls stockdunkel war.

Nach einem Abstecher in einen Vogelpark bin ich dann zu den Copanruinen gegangen mit Chelly, eine Australierin, die ich nach Guatemala hier abends in der Bar wieder angetroffen habe. Dank dem speziellen Führer Antonio, der schön für National Geographic Führungen gemacht hat, haben wir doch Einiges zu lachen gehabt. Aber ich wusste, dass dies die letzten Ruinen sein werden für lange Zeit, weil sie doch irgendwann alle mehr oder weniger gleich aussehen.

Nach einem entspannten Tag an einem Pool bin ich dann mit Chelly nach Utila gefahren, eine Insel der Bay Islands. Utila ist vermutlich die günstigste Tauchdestination der Welt - nur hatte ich leider einen bösen Husten, so dass Tauchen für mich nicht möglich war. Zum Glück hatten wir ein schönes Hostel mit direktem Meerzugang mittels eines Steges, so dass wir uns von der Hitze jeweils mehrmals täglich abkühlen konnten. Abends haben wir Bierchen getrunken, Sonnenuntergänge bestaunt und herrliche Baleadas (Tortilla mit Bohnenmus, Käse und teilweise Fisch oder Fleisch gefüllt) gegessen.

Und nach einer Woche hiess es leider ohne Tauchen Abschied zu nehmen. Auf dem Weg nach Nicaragua mussten wir irgendwo einen Zwischenstopp einlegen und dort übernachten. Zur Verfügung standen San Pedro de Sula, die gefährlichste Stadt der westlichen Hemnisphäre, oder die nicht viel bessere Option, Tegucigalpa, die Hauptstadt Honduras.

Wir sind immer mit Erstklassbussen durch Honduras gereist. Abends bei Dunkelheit in Tegucigalpa anzukommen, ist das, was man unbedingt vermeiden will. Aber wir haben die Busfahrpläne nicht gemacht. So sind wir ins Taxi gestiegen und haben uns zu einem Hostel fahren lassen. An uns vorbei zog eine dreckige, hässliche Stadt voller Abfall und Menschen, die darin wühlen um noch irgendetwas zu Essen zu finden. Unser Hostel hatte dann auch einen Wasserschaden, so dass wir uns an eine andere Adresse fahren liessen. Die Angestellte im Hotel meinte, dass es sicher sei abends bis 21.00/22.00 Uhr herumzulaufen und schliesslich hatten wir Hunger. So sind wir zu viert – die Australierin, eine Kanadierin und ein Engländer und ich – mit nichts als ein bisschen Geld in der Hosentasche zum Chinesen um die Ecke.

Auf dem Rückweg wollten wir vor dem Hotel noch eine Zigarette rauchen, es war ungefähr 21.00 Uhr und schon kam die Hotelangestellte angerannt und hat uns samt brennenden Zigaretten reingezerrt.

Am nächsten Tag haben wir ein Taxi zum Busbahnhof genommen, wo wir ein leckeres Frühstück assen und ohne Zwischenfälle nach Nicaragua gefahren sind.

Ich weiss nicht, ob Honduras sich nur gefährlicher angefühlt hat, mit dem Wissen, dass es das gefährlichste Land der westlichen Hemnisphäre ist oder ob es tatsächlich gefährlicher war… Schon ziemlich speziell war der Anblick der Banken. Vor jeder Bank standen mindestens zwei bewaffnete Securitas, die sämtliche Personen nach Waffen abgetastet haben. Wie auch immer, wir waren alle froh in Gesellschaft und nicht alleine unterwegs zu sein.

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Eine Antwort to “Schnell durch Honduras”

  1. Pia Hess sagt:

    Liebe Jolanda
    Ich finde den Reisebericht grossartig. Die vielen Photos die du immer wieder auf Facebook gepostet hast ebenfalls. Vor einer Woche habe ich alle nochmals mit Vater angeschaut. Sie haben ihm gefallen. Er ist so richtig stolz, dass du auch gute Photos machen kannst! Bravo!

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