Wanderung zum Wasserfall und kein Bus zurück!

Ich bin auf der Insel Ometepe, die sich auf dem Nicaraguasee, dem grössten See Zentralamerikas, befindet und zwei Vulkane beherbergt. Gestern wollte ich den Vulkan Maderas besteigen – eine Tour von rund 8 Stunden -, dann hat es aber morgens nur so geschüttet, so dass die Tour gar nicht erst gestartet wurde. Neuer Tag, neues Glück, aber eine andere Route – heute wollten wir den Wasserfall sehen. Mit meiner australischen Kollegin habe ich morgens um 8 Uhr den Bus nach San Ramon genommen. Die Strasse dahin ist eine Katastrophe und selbstverständlich nicht asphaltiert, sondern eine ruckelige Piste mit Steinen und Schlaglöchern. Und der Busfahrer hat dann kurzfristig entschieden nicht bis ganz nach San Ramon zu fahren, wir waren bereits einenhalb Stunden im Bus unterwegs. So blieb uns nichts anderes übrig als die zwei Kilometer zum Ausgangspunkt zu laufen.

In San Ramon gings dann den Berg hoch. Zum Wasserfall wurden drei Kilometer angegeben, wobei der letzte Kilometer sicherlich zwei Kilometer betrug und sich durch den Dschungel und über Bachbetten schlug. Der Pfad nahm kein Ende und plötzlich standen wir vor einer grünen Steilwand mit einem Wasserfall von ungefähr 40 Metern. Wir haben unendlich viel geschwitzt, so dass ich trotz der vier Liter Wasser, die ich heute getrunken habe immer noch das Gefühl habe total dehydriert zu sein. Meine Kollegin nahm ein Bad im Becken unter dem Wasserfall und wir genossen unser leckeres Sandwich, das unser Hostel morgens zubereitet hat. Dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht, schliesslich mussten wir vom Ausgangspunkt der geplanten Wanderung ungefähr eine Stunde zurücklaufen, weil der Bus erst vom nächsten Ort entfernt fahren würde. Als wir schliesslich da waren, haben wir uns nach dem Bus erkundigt und sämtliche Nicas haben uns mitgeteilt, dass heute kein Bus mehr fahren würde.

So blieb uns nichts anderes übrig als zurück zu laufen. Welcome to Central America! Wir haben die Hoffnung erst nicht aufgegeben und uns gedacht, dass der Bus sowieso überall hält und wir schon mal loslaufen würden. Anfänglich war die Strasse noch dem See entlang und von wunderschöner Landschaft umgeben. Aber natürlich waren wir an dem Punkt bereits müde. Wir sahen Leute mit Fahrrädern oder Motorrädern an uns vorbeifahren. Die drei Jeeps, die an uns vorbeifuhren, fuhren alle in die andere Richtung. Also keine Chance für eine Mitfahrgelegenheit auf einer Brücke eines Pickup. Nach weiteren zwei Stunden kamen wir mit müden Beinen endlich in unserem Hostel an. Und nun sitze ich im Restaurant, geniesse ein Bier – soll angeblich eine ähnliche Wirkung wie Gatorade & Co. haben -, schaue den Sonnenuntergang in der Ferne an, höre den Klängen Bob Marleys zu und warte auf mein Nachtessen. Ich bin erledigt für heute, aber zufrieden, endlich wieder einmal eine körperliche Herausforderung gehabt zu haben…

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