Zu Besuch auf der Kaffeeplantage – traurige Zukunft für die Natur Boquetes

Boquete, ein Dorf in Panama, hat in den letzten Jahren einige Auszeichnungen als bester Gourmetkaffee der Welt erhalten. Der Gourmetkaffee “Geisha” der Siegerfarm wird in den USA für 1’000 US-Dollars das Kilo verkauft. Allerdings soll dieser Kaffee eher wie Tee schmecken…

Das Klima in Boquete ist etwas kühler und es regnet relativ oft. Durch die etwas erhöhte Lage ist Boquete für den Anbau des hochwertigen Arabica Kaffees bestens geeignet. Café Ruiz ist eine Farm in Familienbesitz. Der Anbau wird im Einklang mit der Natur betrieben. So spenden einerseits hohe Bäume etwas Schatten, was für den Kaffee gut ist, andererseits speichern die Bäume aber auch das Wasser des häufigen Regens und beugen Überschwemmungen vor. Zitrusfrüchte halten die Insekten von der Kaffeepflanze ab und bieten neben Gratisverpflegung für die Kaffeepflücker auch eine zusätzliche Einnahmequelle.

Der Anbau von Kaffee ist relativ einfach, da die Pflanze bei gutem Klima sehr wenig Pflege benötigt. Geerntet werden jeweils die roten Bohnen, die dann anschliessend in mehreren Schritten verarbeitet werden. Die Kurzversion ist: Die Bohne aus der Schale entfernen und nach Grösse, Farbe und Form sortieren. Dann werden die Bohnen getrocknet und schliesslich geröstet. Insgesamt sind es 16 Schritte bis der Kaffee fertig verpackt für den Verkauf bereit steht. Interessant war, dass eine starke Röstung nicht einen besseren Kaffee ausmacht, denn je stärker der Kaffee geröstet wird, desto bitterer wird er im Geschmack.

Boquete ist neben dem Kaffee insbesondere als Ort für Pensionäre bekannt. So leben sehr viele Ausländer, insbesondere Nordamerikaner in so genannten “gatered communities”. Gatered communities sind in sich geschlossene komfortable Wohnanlagen mit eigenen Regeln wie z.B. nur ein Hund pro Wohnung, keine Autoreparaturen im Gelände, kein Wäsche aufhängen draussen etc.

Fakt ist, dass die Panamenen sich das Wohnen in Boquete nicht mehr leisten können, weil die Preise durch die kaufkräftigen Ausländer in die Höhe getrieben wurden. So kostet eine Hektare Land 350’000 US-Dollars. Den selben Gewinn aus einer Hektare Kaffeeanbau zu erzielen dauert 80 Jahre. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Panamenen die Chance nutzen, wenn sie ihre Plantage verkaufen können. Man kann es ihnen nicht verübeln.

Aber gewisse Landkäufe nehmen zerstörende Ausmasse an. So hat ein Multimillionär einige Wochen vor meinem Besuch in Boquete rund 120 Hektaren an einem Hang zusammengekauft. Nun kann man von Weitem Bagger beobachten, die die Bäume abholzen, wo vor Kurzem noch Affen und andere Tiere lebten und die Natur im Einklang war… Ein trauriger Anblick… für den Bau von Luxushotels…

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