Costa Rica & Tubing zum Zweiten

Ich bin seit einigen Tagen wieder in Costa Rica. Warum ich nochmal zurückgekehrt bin?

1. weil mir die Natur hier so gefallen hat

2. weil mein Bruder mich besuchen kommt und da die Pläne noch nicht stehen, weiss ich nicht in welche Richtung ich weiterreisen soll

3. hmmmm… okay, okay, ich habe vor einigen Wochen Jemanden kennen gelernt…

Nach einigen Tagen in Panama bin ich nun wieder in La Fortuna, der Ort heisst auf Deutsch “das Glück”, am Rande des Vulkans Arenal. Meine Tage verbringe ich mit Wanderungen, Baden in Flüssen oder einem Wasserfall oder in heissen Quellen oder ab und zu bei etwas verrücktereren Touren.

Heute habe ich mal wieder Tubing – auf gut Deutsch auf einem Gummireifen den Fluss runterdüsen – gemacht. Letztes Mal in Guatemala bin ich nur im Bikini bekleidet ins Wasser gestiegen und habe mich mit einem Bier in der Hand den Fluss runtertreiben lassen. Heute sah die Sache definitiv anders aus.

Schon bevor wir losfuhren, wusste ich, dass Tubing diesmal etwas abenteuerlicher werden wird. Neben den Gummireifen lagen nämlich Schwimmwesten und Helme und ich sollte unbedingt meine Sandalen und Shorts anziehen. Wir fuhren dann mit dem Auto vollbeladen an den Fluss.

Der eine Guide hat mir ein Paddel gegeben, damit ich besser navigieren kann. Allerdings war mir dies dann eher ungeheuer. Und schon bei der ersten Stelle, wo ich mich nicht mehr auf dem Reifen halten konnte, bin ich reingefallen und wusste warum mich der Paddel stört. Ich hatte keine Hand mehr frei zum Schwimmen. Fällt man rein, so lässt man sich einfach fallen, damit man sich nicht verletzt, wenn da irgendwelche Steine sind. Gleichzeitig greift man nach dem Reifen und lässt sich treiben bis man irgendwo an den Rand gehen kann, wo man sich wieder auf den Reifen setzen kann. Nur wie kann man schwimmen mit einem Reifen in einer Hand und dem Paddel in der anderen Hand?

Der Fluss sah leicht bräunlich aus, weil es die letzten Tage immer geregnet hat und die Strömung war teilweise recht abenteuerlich. Es gab ruhigere Stellen, wo ich mich einfach treiben lassen konnte. Und zahlreiche Stellen, wo ich dann mit den Armen – ich konnte das Paddel zum Glück abgeben – zur richtigen Stelle paddeln musste. Es gibt nämlich im Flussbett zahlreiche ungemütliche Strömungen oder Steine, die rausschauen und zum Hindernis werden können. An einer Stelle haben wir uns an einem Reifen, der am Kayak des Guides festgebunden war, festgehalten, damit wir nicht abtreiben. Mit dem Kayak lässt es sich viel einfacher manövrieren. Die “Wellen” an dieser Stelle waren schon recht hoch und ein ziemlicher Adrenalinkick.

Ich bin insgesamt zweimal reingefallen – nicht dass ich sonst nicht nass geworden wäre – und hatte Glück, dass ich mir nur das Knie angeschlagen habe und vermutlich einen blauen Fleck kriege. Die beiden Guides waren im Kayak unterwegs. Der Eine wollte eine Rolle machen, ist steckengeblieben und hat sich den Kopf angeschlagen, so dass sein Nasenbein und eine Schläfe nun ziemlich angeschwollen sind. Ein Touri hat seinen Hintern zu tief hängen lassen und einen Stein touchiert… Zum Glück habe ich diese Lektion bereits in Guatemala gelernt und mich entsprechend flach auf den Reifen gelegt.

Heute war wieder einmal ein Tag, wo ich an meine Grenzen gekommen bin. Mir tut nun der Nacken weh und ich werde Morgen sicherlich Muskelkater in den Armen und Schultern haben.

Vorhin auf dem Weg zum Supermarkt ist mir ein kleines Mädchen begegnet, dass gewartet hat bis ich auf ihrer Höhe war und dann mit mir mitgelaufen ist. Ich habe sie dann gefragt, wohin sie möchte und sie meinte, dass sie nach Hause gehe, ob ich ihr denn helfen könne sicher über die Strasse zu gehen. Als sie dann schliesslich über die Strasse gegangen ist, habe ich vor mich hingelächelt…

Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende. Frisch geduscht, lag ich lesend auf dem Bett als der Geschäftsführer des Hostels ankam und meinte, wir würden kurz 15 Minuten Velofahren gehen… und vielleicht die typischen Costa Ricanischen Frösche sehen. Ich habe schnell meine Kamera genommen, Sandalen angezogen und habe mich auf ein Mountainbike gesetzt. Da waren noch ein Spanier und ein Schweizer spontan für die Aktion zu haben. Die Männer gingen richtig ab den kleinen Hügel hoch. Ich war schon nach wenigen Minuten nassgeschwitzt. Dann ging es in den Wald hinein über Wurzeln und kleine Brücken. Wir sollten einen neuen Weg testen, der gerade erst fertiggestellt wurde. Echt verrückt, teilweise war es für einen ungeübten Biker nicht möglich sich um die Bäume und über die Wurzeln zu schlängeln. Ich hatte keine Chance den Männern zu folgen und habe mich bei vielen Wurzeln nicht getraut einfach darüber zu fahren. Schon bald habe ich die Spur verloren und gehofft es aus dem Wald wieder rauszuschaffen, bevor es richig dunkel wird. Und nach einigen Minuten bin ich wieder beim Start angelangt, wo die Männer Orangen essend gewartet haben… Und schon gings wieder zurück ins Hostel. Der ganze Spass hat vielleicht 30 Minuten gedauert, meine Dusche vorher war dahin, aber ich war glücklich und ein Abenteuer reicher…

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