An den Strand und ich bin der Esel…

Es war wieder einmal Zeit für ein wenig Abenteuer und Sonne tanken… so haben wir ein Auto gemietet und sind damit an die Pazifikküste an den Strand gefahren. Der erste Strassenabschnitt nachdem wir La Fortuna hinter uns gelassen haben war mit Schlaglöchern übersäht und keinesfalls einfach zu befahren. Es handelte sich um eine Abkürzung, die nur den Ticos bekannt ist und auf keiner Strassenkarte zu finden ist. Wir fuhren durch Dörfer vorbei an Fussballfeldern mit spielenden Kindern bis wir wieder auf die offizielle Strasse gelangten. Diese führte uns den Berg hinauf in ein kühleres Costa Rica, wo in grossen Plantagen Pflanzen für den Export nach Europa angebaut werden.

Und wieder einmal war ich an einem Ort, der mich ein bisschen an die Schweiz erinnert hat. Schliesslich liessen wir es uns nicht entgehen quasi auf der Passhöhe queso palmito zu kaufen. Queso palmito ist quasi ein Costa Ricanischer Mozarella, nur halt viel besser und aromatischer als Mozarella. Die Konsistenz und das Aussehen erinnern jedoch sehr an Mozarella. Während ich fuhr, hat meine Begleitung ein Schweizer Messer von Kuhn Rikon ausgepackt und den Käse in Stücke zerteilt. Dazu haben wir herrlich starken aromatischen Kaffee aus einer vorbildlich italienischen Kaffeemaschine getrunken. Der Käse war schnell weg als wir wieder ins Flachland gelangten, den queso palmito kann man einfach nicht aufhören zu essen.

Nahe an der Küste durfte ich wieder einmal mehr feststellen, dass nicht alle männlichen Wesen auf diesem Globus gleich funktionieren. Zahlreiche Bücher meinen, dass ein Mann nie nach dem Weg fragen würde, lieber würde er sich verfahren, aber selbstverständlich kennt er den Weg. Zumindest kann ich diese Behauptung aus Erfahrung bestätigen. Ein Costa Ricaner scheut sich allerdings nicht nach dem Weg zu fragen. Und so haben wir auch schnell den richtigen Weg gefunden… Strassenschilder sind in Costa Rica nicht sehr häufig anzutreffen und meine Karte war nicht wirklich zuverlässig.

Unterwegs haben wir bei einer Brücke gestoppt, die ziemlich stark von Fussgängern frequentiert wird, da man von der Brücke aus Krokodile bestaunen kann. Nun war es nicht mehr weit nach Manuel Antonio, wo wir schliesslich wenig später bereits in Dunkelheit angekommen sind.

Nachdem wir am nächsten Tag für vier Franken ein riesen Frühstück (1 Teller mit Pancakes und Früchten und 1 Teller mit Rührei und Reis und Bohnen) zu uns nahmen, gingen wir gestärkt zum Eingang des Nationalparks Manuel Antonio. Dort mussten wir leider feststellen, dass der Park montags geschlossen ist. So gingen wir an den öffentlichen Strand in Manuel Antonio, haben Rhambutans gekauft, Sonne getankt und uns im Meer abgekühlt. Der Strand war aber ziemich überlaufen, weil ja der Nationalpark geschlossen war.

So entschieden wir uns nach Dominical zu fahren. In Dominical angekommen hat uns das Bild eines ziemlich dreckigen Strandes nach einem heftigen Sturm erwartet. Die Kraft des Meeres war unglaublich stark, die Wellen waren gross und vom aufgewirbelten Sand richtig braun. Trotzdem haben wir uns ins Wasser gestürzt und danach stundenlang die verlorene Sonnenbrille gesucht. Abends haben wir in der Zeitung lesen können, dass zur Zeit eine spezielle Wetterlage für eine unruhige See mit heftigen Wellen sorgt…

Der Nationalpark Manuel Antonio hat wieder einmal Costa Rica zum Besten hergegeben. Schon wenige Meter nach dem Eingang waren nordamerikanische Touristen in Scharen zu sehen in Begleitung von Guides ausgerüstet mit Fernrohren. Aber wir hatten zum Glück unser eigenes dabei und ich konnte schon aus nächster Nähe die kleinen Äffchen mit dem weissen Gesicht bestaunen. Und die Strände von Manuel Antonio gehören zu den schönsten Costa Ricas. Mich erwarteten fast weisser Sandstrand und ein türkisfarbenes Meer. Auch hier war das Wasser unruhig, obwohl die Strände von einer Bucht geschützt dalagen. Ich bin zwar mit meiner Schwimmbrille ins Wasser, habe aber rein gar nichts sehen können. Trotzdem war es einfach herrlich ins türkisfarbene Blau zu tauchen, rumzuplanschen und mich von den kleinen Wellen an den Strand treiben zu lassen.

Abends haben wir mit Spaniern das Kartenspiel Burro (Esel) gespielt. Burro ist ein einfaches Spiel. Es werden vier Karten ausgegeben, eine Karte wird immer gleichzeitig zum nächsten Mitspieler weitergeschoben bis der erste Spieler vier Asse, vier Könige etc. hat und seine Hand in die Mitte des Tisches legt und Burro ruft. Die anderen Mitspieler legen ihre Hand obendrauf, der letzte Spieler ist der Burro.

Schön und gut, nur habe ich diese Karten noch nie in meinem Leben gesehen und musste erst in Spanisch aufschreiben wie all die Farben und Ränge heissen. Schon kurz nach der ersten Runde kam der Vorschlag, dass der Burro als Strafe Rum trinken muss. Ich fand die Idee überzeugend und bin gleich zur Bar geeilt und habe mir vier Rumshots ausgeben lassen. Nur habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht daran gedacht, dass ich bei solchen Spielen jeweils schlecht abschneide und überdurchschnittlich viel trinken muss. So wars dann auch, ich habe fast die ganze Zeit den Esel gespielt und musste schliesslich fast alles selber trinken…

 

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