Traumhaftes Kolumbien – Cartagena, Taganga und Parque Nacional Tayrona

Willkommen in Kolumbien! Eine Person in meinen Teenagerjahren hat mein Interesse für Kolumbien geweckt. Und seit ich vor sechs Jahren in Südamerika war, stand dieses Land definitiv auf meiner Bucket List. Und nun ist es endlich soweit. Und der erste Eindruck von Kolumbien ist absolut fantastisch…

Auf dem Segeltrip von Panama wurde ich leicht seekrank. In Cartagena war ich die ersten Tage landkrank… Irgenwie schwankte der Boden unter meinen Füssen ständig, insbesondere wenn ich mich gebückt habe und gerade nicht aufrecht gestanden bin. Ich bin oft auf die Toilette gegangen und hatte das Gefühl, dass die Erde unter mir bebt :-) So gingen wir es ganz ruhig an und haben Cartagena gemütlich besichtigt.

Cartagena ist eine wunderschöne Kolonialstadt. Ein Spaziergang in der Alstadt führt vorbei an schön restaurierten Gebäuden in allen Farben und Häusern mit herzigen Balkonen. Die zahlreichen Plätze sind mit Stühlen und Tischen von Restaurants belagert und überall werden Souvenirs verkauft. Die Taschen aus Cartagena sind wunderschön. Leider habe ich diese als typisch kolumbianisch interpretiert und mir gedacht, dass ich später eine kaufe. Leider sind diese Taschen aber nur in Cartagena zu finden.

Wir sind dann noch zum Schlammvulkan El Totumo gefahren, was sich leider angesichts der langen Anreise als wenig sinnvoll herausgestellt hat. Wir fuhren über einen Feldweg mit riesigen Schlaglöchern und kamen kaum voran. Als wir dann endlich beim Vulkan angekommen sind, haben wir einen steilen Hügel vor unseren Augen gesehen, der über Stufen bestiegen werden kann. Für 1.50 Franken kann man seine Kamera abgeben und sich fotografieren lassen. Weil beim Hügel angekommen, steigt man ins Schlammbad. Für weitere 1.50 Franken wurden wir von einem Kolumbianer massiert. Der Schlamm ist so dick, dass es fast nicht möglich auszustehen oder sich richtig zu bewegen. Man kann also einfach im Schlamm liegen und geht nicht unter. Der Schlamm soll gut für die Haut sein und es war definitiv ein lustiges Erlebnis. Aber schliesslich musste der Schlamm auch wieder runter. So sind wir barfuss zur Laguna runtergelaufen, wo uns Frauen für weitere 1.50 Franken den Schlamm im Dreckwasser abwuschen. Und Schwupps, ist das Bikini schon ausgezogen und wird richtig durchgewaschen… Es ist nicht ganz einfach all den Schlamm wieder abzukriegen.

Schliesslich fuhren wir über Santa Marta nach Taganga. In Santa Marta angekommen, mussten wir ein Taxi nehmen, weil die Kleinbusse keine Personen mit Gepäck transportieren. Santa Marta kennt ein Abwasserproblem. Nachmittags sind einige Hauptverkehrsstrassen auf Autoradhöhe geflutet, weil das Abwasser von den höher gelegenen Wohnvierteln einfach runterläuft.

Taganga ist eine versteckte Bucht, die nur von Santa Marta aus oder mit dem Boot erreicht werden kann und ein Backpackerparadies. Der Ort ist auch bekannt einer der günstigsten Orte für den Tauchschein zu sein. Schon bei der Anfahrt von Santa Marta hat man einen atemberaubenden Blick auf die Bucht. Taganga selber ist ein eher dreckiges Fischerdorf, dessen Strassen nicht asphaltisiert sind. Wir fanden mehr oder weniger zufällig ein nettes Hostel mit Swimmingpool und schönem Garten. Die nächsten Tage sind wir zum nahegelegnen Strand gelaufen, haben uns mit Fisch die Bäuche vollgeschlagen und leckeren frischen Fruchtsaft getrunken.

Und schliesslich stand der Besuch in den Nationalpark Tayrona an, der sicherlich eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Kolumbien ist. Wir haben uns entschieden im Park zu übernachten. So fuhren wir mit einem Minibus zum Park, wo wir am Eingang von der kolumbianischen Polizei durchsucht wurden. Touristen, die Alkohol mitbrachten, mussten diesen am Parkeingang zurücklassen – das sind die Regeln. Vermutlich wird diese Regel von der Polizei gerne gesehen, da doch davon auszugehen ist, dass einige Touristen ihre Getränke beim Verlassen des Parks nicht wieder abholen oder diese einfach verschwinden…

Die gesamte Karibikküste ist von einem heissen und extrem feuchten Klima gezeichnet. Es kann vorkommen, dass Einem die Schweisstropfen beim Dasitzen nur so runterlaufen. Und wir hatten einen zirka einenhalb stündigen Fussmarsch vor uns um zum Camp zu gelangen. Unterwegs hat mein Bruder Roman fleissig Palmen geschüttelt oder auf anderen Wegen versucht reife Kokosnüsse von den Palmen zu holen, die wir uns dann schmecken lassen haben.

Wir liefen über Hügel und vorbei an herrlichen Buchten mit markanten Felsbrocken, die das typische Bild des Nationalparks prägen. Mit dem Baden mussten wir uns etwas gedulden, da der erste und grösste Strand auf unserem Weg aufgrund starker Strömungen keinesfalls zum Baden geeignet ist. Im Camp angekommen, haben wir eine Hängematte zum Übernachten zugewiesen bekommen und uns dann zur Erfrischung ins Wasser gestürzt. Zum gleichen Zeitpunkt waren sämtliche Kolumbianer um einen Fernseher versammelt, da die Nationalmannschaft ein Spiel für die WM-Qualifikation absolvierte.Vamos Colombia! – sie haben das Spiel gewonnen.

Abends haben wir auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht gepicknickt und einige Bierchen im Restaurant genossen und uns früh zum Schlafen in die Hängematte begeben. Wenn man in einem einfachen Camp übernachtet, sind die Abende jeweils sehr lang, da es um 18.00/19.00 Uhr dunkel wird. Da der Raum mit den Schliessfächern nicht wie angekündigt abgeschlossen wurde und ich von anderen Touristen mitbekommen habe, dass Wertsachen weggekommen sind, habe ich mich entschieden meine Kamera mit in die Hängematte zu nehmen. Es gab zwei Reihen mit jeweils mindestens 10 Hängematten. Ich schlief also friedlich in meiner Hängematte und hatte plötzlich diesen Albtraum, dass sich eine Frau zu meiner Hängematte kommt und mich ausraubt. Ich konnte mich nicht wehren, war wie gelähmt und mein Bruder war nicht zu wecken. Und dann bin ich völlig von der Rolle aufgewacht – nur ein Albtraum! Die ganze Nacht schlichen aber immer wieder Leute um die Hängematten, teilweise mit, teilweise ohne Taschenlampen. Einmal haben auch die Parkwächter nach Jemandem gesucht. Dies trug neben dem Albtraum dazu bei, dass ich ziemlich lange brauchte, bis ich wiederum in einen unruhigen Schlaf geriet.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach El Pueblito, eine indigene Ausgrabungsstätte auf einem Berg. Der Hinweg dauert etwas über eine Stunde. Alleine hätte ich längst umgedreht und wäre diesen “Weg” nicht weitergelaufen. Der Pfad führte erst durch den Wald, über Bachbetten – alles noch absolut normal selbst, dass man manchmal über Wurzeln oder Bäume steigen muss und etwas Balance benötigt. Schon bald liefen wir jedoch über Felsbrocken, die teilweise auch rutschig waren. Einige Felsbrocken waren so gross, dass ich ohne die Hilfe meines Bruders nie hochgekommen wäre. Wir mussten teilweise über die Steine klettern. Daneben lockten metertiefe Abgründe und verkeilte Felsbrocken. Es war brütend heiss und ich habe wie noch nie zuvor in meinem Leben so geschwitzt – meine Kleider waren pflotschnass.

Auf dem Weg haben wir Sonja kennen gelernt, eine Deutsche, die in Basel arbeitet. So sind wir zusammen weiter gegangen. Sie hat uns erzählt, dass auf dem Rückweg eine lokale Bäckerei liegt, die sehr gute Schokoladenbrötchen verkauft und eine Schweizer sowie eine YB-Fahne bei der Bäckerei hängt. Und so sind wir dahin gegangen und haben die Grossmutter von Johan Vonlanthen kennen gelernt. Sie hat sich über Johan etwas lustig gemacht, da er anscheinend in die Berge geflüchtet ist, weil er am 21. Dezember 2012 den Weltuntergang durch eine Riesenwelle erwartet…

Zurück in Taganga haben wir uns entschieden noch einen Tag anzuhängen und Schnorcheln zu gehen. Wir gingen mit einem Tauchanbieter in eine Bucht des Nationalparks Tayrona, die nur von diesem Anbieter angefahren wird. Die Tauchschule unterhält dort eine Korallenzucht. Es war faszinierend dies zu sehen neben all den lustigen Blasen, die von den Tauchern aufgeworfen wurden. Und Schnorcheln an diesem Ort war definitiv ein Highlight mit den vielen farbigen Korallen und den herrlich farbigen Fischschwärmen…

Dann hiess es Abschied nehmen von der kolumbianischen Karibik, mit dem Nachtbus (18 Stunden Fahrt) nach Medellín…

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //