Kitesurfbericht Lago de Calima

Mein Bruder wollte unbedingt einige Tage Kitesurfen in der Zeit in der wir gemeinsam in Kolumbien unterwegs waren. Da die Karibikküste zu dieser Jahreszeit zu wenig Wind hat, haben wir uns spontan entschieden nach Darién an den Lago de Calima zu fahren.

Zum Glück hatten wir alles schon vorab telefonisch abgesprochen und ich habe ziemlich gute Spanischkenntnisse, sonst hätten wir unsere Unterkunft nie gefunden. Wir kamen in Darién an und haben Gebrauch von den überall angebotenen Minuten gemacht. Die Kolumbianer benutzen ihr Mobiltelefon nämlich nicht, um Anrufe zu tätigen. Dazu gibt es in fast jeder Ecke jemanden, der SIM-Karten zu guten Konditionen von sämtlichen Anbietern hat und diese für Anrufe verleiht. Man bezahlt dann einfach zwischen fünf und zehn Rappen pro Minute.

Unsere Kontaktperson war jedoch gerade am See und erklärte somit der Minuten-verkaufenden Dame den Weg. Diese erklärte uns, dass wir durch das ganze Dorf laufen sollen bis wir an eine Ferienanlage gelangen. Die Beschreibung war wie in Lateinamerika üblich mehr oder weniger genau und etwas untertrieben. Unterwegs haben dann immer wieder Leute gefragt, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Schliesslich hat uns beim Tor ein Securitas begrüsst und uns den Weg zum Haus erklärt, wo uns Annette, die Frau des Besitzers der Kiteschule empfangen hat.

Abends sind wir ins Dorf Essen gegangen und haben Frühstück eingekauft. Wir waren die einzigen Touristen weit und breit – das war doch mal wieder ein Erlebnis. Nachdem wir herrlich geschlafen haben, gings dann gegen Mittag gestärkt mit einem herzhaften Frühstück los an den See.

Mein Bruder hat begonnen die Ausrüstung bereit zu stellen und schon fuhren einige Kolumbianer vor. Diese wärmten sich dann ausgiebig auf, was mein Bruder doch ziemlich belächelt hat, da dies an anderen Spots so gar nicht üblich wäre. Oder haben wir es hier mit Profis zu tun? Ja, einer war tatsächlich ein Halbprofi und kriegt seine ganze Ausrüstung gesponsert…

Die Windverhältnisse auf diesem Stausee sind sehr gut. Innerhalb eines Jahres gibt es nur ungefähr 14 windfreie Tage. Der Wind ist mit minimal 18 bis in den meisten Fällen gegen 30 Knoten sehr stark und fordert doch etwas Können. Die Verhältnisse waren also fast etwas zu gut mit der Tatsache, dass zwei Tage einfach nicht ausreichen, so dass ich mich ebenfalls an dieses Abenteuer hätte wagen können.

Dementsprechend interessant war es für mich auch die Tage am See zu verbringen, etwas Sonne zu tanken, zu lesen und die Kiter zu fotografieren. Lasst euch selbst überzeugen…

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