Augenschmaus in Buenos Aires

Sie sind gross, bewegen sich selbstsicher, ihre Augen sind vorsichtig und stilsicher auf der Suche. Sie wirken wichtig, beschäftigt und tragen gleichzeitig eine gewisse Leichtigkeit mit sich herum. Man sieht sie zu Bürozeiten, sie sind äusserst elegant und stilsicher gekleidet. Manche sind am Mobiltelefon, andere rauchen, reden mit Kollegen oder schlendern einfach nur durch die Strassen. Ich rede von den Porteños (Bewohner von Buenos Aires), die die wichtigen Geschäfte in diesem Land zu machen scheinen und die Wirtschaft in Schwung halten.

Bekanntlich bin ich ja nun schon länger in Lateinamerika unterwegs. Und als Frau gehört es sich schliesslich, die Männer genau zu betrachten. Mit der Zeit stellt man so seine Vergleiche an. Die Kubaner sind nicht unattraktiv, aber wahnsinnig aufdringlich, was für mich jegliche Attraktivität gleich entschwinden lässt. Die Guatemalteken sind relativ dunkel und eher klein. Je weiter südlich man in Zentralamerika kommt, desto heller und grösser werden sie. Die Kolumbianer gehörten mit ihrer eher weissen Haut und für Lateinamerikaner doch eher überdurchschnittlichen Grösse bisher zu meinen Favoriten, vor allem auch weil sie kulturell nicht so weit entfernt sind und Latinos mit Niveau sind. Ecuadorianer und Bolivianer sind wiederum sehr dunkel und sehr klein und kulturell wie die Zentralamerikaner einfach zu sehr entfernt, während die Peruaner dies mit ihrem Charme wett machen. Und dann komme ich nach Argentinien. Weisse, sehr grosse Männer mit wunderschönen Augen und gerne auf einen kleinen charmanten Flirt aufgelegt. Wow, ich bin im Paradies! Aber dass dies noch nicht alles gewesen ist… Ich wurde heute eines besseren belehrt…

Ich habe noch nie an einem Tag so viele schöne und attraktive Männer gesehen wie heute! Und glaubt mir, dies kann nicht mal eine Mister Wahl toppen. Denn schliesslich will “frau” nicht ein muskelbepacktes Bubi. Die attraktiven Männer sind bekanntlich im echten Leben.

Also ich bin in Buenos Aires. Und heute bin ich ins Stadtzentrum gegangen. Nachdem ich den Präsidentenpalast und eine Kathedrale begutachtet habe, lief ich die Avenida Florida, die Einkaufsstrasse, entlang. Es war Mittagspause und da waren sie, draussen, raus aus dem Büro.

Der argentinische Hauptstädter ist gross bis sehr gross und schlank. Er hat einen südländischen Einfluss. Etwas Italiner, etwas Spanier, etwas Latino – nur grösser, stilvoller und doch gleichzeitig natürlicher als alle Vorangehenden. Er weist eindeutig weniger Gehabe als beispielsweise der Italiener auf. Der Porteño ist absolut stilsicher gekleidet, trägt einen Anzug (meist ohne Kravatte) oder ein lässig hochgekrempeltes Hemd zur Anzugshose und selbstverständlich feinste Lederschuhe. Der Anzug ist modern geschnitten, häufig in Blautönen gehalten und entspricht der neusten Mode. Die Ledermappe oder das Handy ist auf den Anzug respektive den entsprechenden Status abgestimmt. Stilsicher halt eben.

Die Haare trägt er von kurz bis halblang, selbstverständlich in einem trendigen Schnitt. Sein Gesicht und seine Arme sind gebräunt und seine Augen sind häufig stechend blau oder grün, so dass mein Blick automatisch daran hängenbleibt. Er ist frisch rasiert oder trägt stilsicher einen Dreitagebart. An seinem Handgelenk befindet sich eventuell eine passend abgestimmte Uhr. Aber weniger ist mehr, auch das hat der Porteño erkannt.

Ist dieser Mann alleine unterwegs, so bewegt er sich selbstsicher, aber doch unauffällig. Ist er mit Kollegen zum Lunch oder Meeting unterwegs, so erhält er sich in leicht italienischer Manier. Das argentinische Spanisch hat oft einen Klang ähnlich dem Italienisch. Und dieser Mann hat es äusserst gut im Griff, etwas Italienisch aber doch eine Nuance weniger wichtigtuerisch zu klingen. Weniger ist mehr, wie schon mal erwähnt.

So stechend blau oder grün seine Augen sind, so leicht scheint es damit einige Sekunden länger irgendwo haften zu bleiben. Der Porteño mag einen kleinen Flirt mit den Augen. Er hält dem Blick stand. Sein Lächeln ist leicht, nicht übertrieben, nicht künstlich. Er scheint einfach perfekt zu sein. Ein Mann mit Niveau. Das ist die Aussensicht. Ich bin absolut hin und weg. Die Einkaufsgeschäfte haben mich gar nicht mehr so gross interessiert. Ich konnte stundenlang schöne Männer anschmachten. Bei einer Quote von bis zu geschätzten 20 Prozent, die überdurchschnittlich attraktiv sind. Nicht schlecht. Sollte Hugo Boss einmal ein paar echte Männer aus dem richtigen Leben für eine Anzugskampagne benötigen, Buenos Aires ist defintiv die Andockstelle!http://www.nationalflaggen.de/media/flags/flagge-argentinien.gifhttp://

Sollte mich nun irgendeine Schweizer Firma nach Buenos Aires schicken wollen: Ich nehme sofort an. HR Spezialistin, SAP, Controlling – was auch immer! Aber zuerst gehe ich noch nach Asien, schliesslich brauche ich zuerst noch ein paar massgeschneiderte Kostüme. Neuste Mode versteht sich von selbst…

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //