Buenos Aires

Buenos Aires ist verrückt, international und wahnsinnig pulsierend – eine Grossstadt. Die schon etwas in die Jahre geratene U-Bahn ist mit Graffitis besprüht und die Wagons kommen ohne Klimaanlage aus. Hingegen ist Wifi-Internetzugang in der U-Bahn eine Selbstverständlichkeit.

Jeder Stadtteil ist quasi eine eigene Stadt. San Telmo – ein gemütliches, ruhiges Quartier – hat einen unglaublich ansprechenden Vibe. Strassencafés und Restaurants laden zum Leute beobachten ein, während teure Boutiquen und Antiquitätenhändler dem Stadtteil ein kulturelles Bild verpassen. Palermo hingegen ist ziemlich modern. Man trifft kaum Menschen auf der Strasse, ausser man ist im Palermo Viejo unterwegs, wo die zahlreichen Bars und Clubs der Stadt anzutreffen sind. Auch die Tangoszene hat sich nach Palermo Viejo verlagert.

In Buenos Aires scheint alles möglich zu sein. Küssende Frauen auf der Tanzfläche, Männer, die zusammen Tango tanzen. Und die Party geht wie überall in Argentinien nicht vor 01.00 Uhr morgens los. Dann öffnen nämlich die hippen Clubs erst. Es kann also leicht passieren, dass man irgendwann morgens aus dem Club kommt und überrascht ist, dass es draussen bereits hell ist, weil man schlicht und einfach die Zeit vergessen hat. Ich habe halb Lateinamerika angetroffen in Buenos Aires. Kubaner, Haitianer, Kolumbianer, Peruaner, Brasilianer usw. So toll Buenos Aires ist, so sehr haben mir all die Latinos und deren Art gefehlt, die ich hier wiedergetroffen habe…

Und so mag es auch nicht zu überraschen, dass eine der Haupttouristenattraktionen von Buenos Aires ein alter Friedhof ist. Schon etwas komisch, wenn man sich einen Friedhof als Attraktivität ansieht. Aber da ich schon auf dem Grab von Pablo Escobar in Medellín, Kolumbien, war, konnte ich doch auch auf den legendären Friedhof in Buenos Aires gehen. Und der war tatsächlich spektakulär. Es handelt sich beim Friedhof im gleichnamigen Stadtteil Recoleta nämlich nicht um einen gewöhnlichen Friedhof, sondern um eine “Stadt von Mausolen”. Man läuft also durch die Strassen des Friedhofs und kann die schönen Mausolen und Skulpturen sehen. Ex-Präsidenten, Militärs, Künstler, Musiker und natürlich Evita Perón – die einstiegen Geschichtsfiguren von Argentinien haben hier ihre Ruhe gefunden.

Und schliesslich konnte ich es mir nicht entgehen lassen Tanzstunden im Tango zu nehmen. Klar, Tango ist nicht Salsa und ich wusste bereits vorab, dass Salsa meine Leidenschaft bleiben wird. Aber der Tango hat doch irgendwie etwas Reizvolles. Sieht man in einer “Milonga” die Menschen tanzen, so ist dies schon ein erstmal spezieller Anblick. Die Köpfe aneinander geschmiegt, tanzen die Argentinier im Takt vor sich hin. Es ist ziemlich dunkel, die Musik ist melancholisch und trotzdem strahlt da pure Eleganz, feine, subtile Erotik. So schweben die Argentinier in Leichtigkeit dahin…

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //