Patagonien Teil 2 – Perito Moreno

Werden hier Schiessübungen veranstaltet oder was ist das für ein Lärm, der alle paar Minuten in unregelmässigen Abständen auftritt? Ich befinde mich in Nationalpark Los Glaciares in Patagonien, Argentinien und der Guide klärt uns gerade auf, dass dieser Lärm von Teilen des Gletschers kommt, die abbrechen. Mit etwas Glück kann man sogar sehen, wie ein Eisstück abbricht und in den Lago Argentino fällt und eine kleine Welle verursacht.

Die Fakten

Der Perito Moreno ist zwar nicht der grösste Gletscher Patagoniens, aber eindeutig der am einfachsten erreichbare und defintiv der berühmteste. Interessant ist auch, dass der Gletscher seit Jahrzehnten stabil ist und sich nicht wie fast alle Gletscher dieser Erde zurückbildet. Der Grund dafür soll an bestimmten geologischen Gegebenheiten im Zusammenhang mit der ausgeprägten Tiefe des Lago Argentino sein, so dass dieser etwas einfach ausgedrückt es nicht zulässt, dass der Gletscher davon fliesst. Im Übrigen soll es auch von Vorteil sein, dass die Temperaturen in dieser Gegend selbst im Winter nicht unter 0 Grad liegen, denn nasser Schnee bildet sich einfacher zu Eis.

Fotografieren auf der Aussichtsplattform des Parque Nacional de los Glaciares

So stehe ich also vor diesem wunderschönen Naturspektakel mit ausgebauten Aussichtsplattformen, die mittels Treppen miteinander verbunden sind. Und wiederum mutiere ich zum Paperazzi. Solche Fotoobjekte lassen meine Finger einfach nicht ruhig sein. Ich probiere sämtliche Winkel und Einstellungen aus und kann mich dabei nicht entscheiden, wie viele Schichten Kleider ich dazu tragen soll. Denn das Wetter hier ist innerhalb weniger Minuten wechselhaft.

Minitrekking auf dem Gletscher!

Schliesslich ist es Zeit zum Bus zurückzugehen, weil heute noch ein spezielles Abenteuer bevorsteht! Wir fahren zuerst zur anderen Seezunge und besteigen ein Boot. Es ist extrem windig und kühl. Wir fahren erst direkt auf den Gletscher zu. Vor uns befindet sich ein Boot, dass winzig klein und der Gletscher wie eine Wand erscheint. Und dann heisst es schon Handschuhe greifen und Steigeisen montieren. Die Handschuhe sollen die Hände schützen, falls man ausrutscht. Und die Steigeisen werden benötigt, damit man Halt hat. Ja, richtig, wir machen nämlich eine richtige Gletschertour.

Nach einer kurzen Instruktion geht es schon los. Wir marschieren gemütlich ungefähr 1.5 Stunden auf dem Gletscher. Das Licht ist ganz speziell, weil es mittlerweile leicht bewölkt ist. Das Wasser erscheint darum umso blauer. Und es ist sogar so sauber, dass man davon trinken kann. Die oberste Eisschicht ist durch die Wärme und all die Touristen aufgerauht und locker. Und der Gletscher ist natürlich nicht flach. Hochzulaufen ist kein Problem, aber beim Hinuntergehen muss man schon etwas aufpassen, damit man nicht wegrutscht. Schliesslich erreichen wir einen Punkt, wie wir eine gute Aussicht haben. Und auf dem Rückweg, gibts einen Gletscherwhiskey zu trinken. Es ist auch schon bald Abend, so um die 18.00 Uhr, so ist ein Whiskey ein guter Abschluss nach einem tollen Tag!

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //