Maupiti – der polynesische Inseltraum schlechthin

Schon die Ankunft in Maupiti ist spektakulär. Man fliegt mit einem kleinen Flugzeug von Air Tahiti auf die Insel zu. Von oben sieht man bereits einige Motus (Koralleninseln mit Vegetation) und die Lagune in den verschiedensten Blautönen. Das Flugzeug verliert an Höhe, schwebt knapp über dem Wasser. Noch ist keine Landepiste in Sicht. Und sobald die Landepiste in Sicht ist, setzt der Kleinflieger auch schon auf dem Boden auf. Ich komme raus aus dem Flugzeug und sehe gleich Corinne, die ich schon in Raiatea getroffen habe. Ein kurzer Austausch, denn viel Zeit bleibt nicht, da Corinne gleich in den selben Flieger steigt, mit dem ich angekommen bin. Und dann sehe ich türkisfarbenes Meer vor mir.

Maupiti ist wie Bora Bora vor 30 Jahren. Luxushotels sucht man hier vergebens. Es gibt lediglich herzliche Familienpensionen. Und bei genau so einer habe ich gebucht. Ich werde am Flughafen typisch polynesisch mit einer Blumenkette aus Tiaréblüten empfangen. Mit dem Boot fahren wir über die Lagune. Ich bin überwältigt. Schon diese Fahrt ist atemberaubend schön. Türkisblaues Wasser in den verschiedensten Tönen um mich herum und kleine Sandstrände und Palmen auf den umliegenden Motus.

Meine Pension liegt auf einem der kleinsten Motus und ist in knapp einer Stunde zu Fuss zu umrunden. Das Motu hat gerade mal vier Pensionen, wobei drei Leute in einer anderen Pension logieren und ich die Einzige in der Pension Maupiti Village bin – es sind keine weiteren Touristen auf dem Motu. Und dementsprechend wurde ich innert Kürze vom Schlafsaal zum eigenen Bungalow upgegradet… Ja, eigentlich wollte ich Schlafsaal mit Vollpension buchen. Die Familie bot mir jedoch nur ein Zimmer an, auch nach Rückfrage. Okay, das nahm ich dann. 75 Franken mit Vollpension. Und bei der Ankunft, dann die grosse Überraschung. Sie überlassen mir ihr bestes Bungalow, das normalerweise mindestens das Doppelte kostet. Einfach wunderbar!

Ein erster Spaziergang führt mich auf eine wunderschöne Sandbank, die wie in Zipfel ins Meer hinaus läuft. Ich schreie für Glück und tanze vor mich hin bis mir fast schwindlig wird. Ich bin ganz alleine hier, kein Mensch weit und breit. Mit einem Grinsen laufe ich zurück, ohne einem Menschen zu begegnen. Und dann stürze ich mich ins Wasser und gehe vor dem Nachtessen schnorcheln. Das Wasser ist nicht tief und ich habe all die Fische und Korallen für mich alleine. Wow, ich bin im Paradies.

Das Abendessen ist köstlich. Es gibt unter Anderem gebratenen Thunfisch mit verschiedenen Chutneys und fritierte Brotfrucht, die überraschend gut und leicht schmeckt. Da ich der einzige Gast bin, werde ich eingeladen mit der Familie zu essen. Alle sind sehr herzlich und dank meinen guten Französisch-Kenntnissen unterhalten wir uns prächtig.

Nach dem Nachtessen gehe ich mit meiner Taschenlampe an den Strand. Neben den vielen lästigen Mücken sehe ich ungewöhnliche Fische im Wasser in der Dunkelheit und Seeigel, die sich nachts am ehemaligen Bootssteg ansiedeln. Dann sitze ich auf der Terasse und lausche der Nacht. Der Sternenhimmel ist wunderschön. Ich will Morgen früh raus um möglichst viel vom Tag zu haben. So gehe ich früh ins Bett. In der Nacht wache ich auf und sehe den Mond draussen über dem Meer schimmern. Wow, das ist einfach unglaublich. Ich ziehe mir Schuhe an und gehe zum Meer runter. Zu schade, dass ich diesen Mond über dem Wasser nicht mit meiner Kamera festhalten kann…

Dann ist Sonntag. Zum Frühstück gibt es frisches Gebäck und feine Früchte. Und dann laufe ich los mit dem Ziel die Insel zu umrunden. Ich habe an diesem Tag 1’000 Fotos gemacht. Ich konnte einfach nicht damit aufhören. Es war so wunderschön. Die Sandbank, der Strand, das Wasser, die Lagune mit all den verschiedenen Türkistönen, kleine Krebse, Palmen, Fische, Wellen, Bungalows usw. Auf der anderen Seite der Insel treffe ich auf die Besitzerin der Pension. Sie fischt gerade mein Nachtessen – verschiedene bunte Lagunenfische. Dann gibt es schon Mittagessen. Sashimi! Roher Thunfisch auf Weisskabis mit einer leckeren Sauce mit etwas Ingwer. Mmmhhhh… Unglaublich!

Mit vollem Magen soll man nicht ins Wasser! So entspanne ich mich am Strand. Lange halte ich es allerdings nicht aus. Dann muss ich wieder ins Wasser. Ich schwimme diesmal auf der anderen Seite der Insel, wo es weniger Korallen und Fische gibt. Der Grund ist sandig und manchmal sehe ich Stingrays. Die Sichtweite ist unglaublich gut. Es fühlt sich an wie ein riesen Swimmingpool. Mit den Flossen will ich eigentlich weiter rausschwimmen. Ich habe aber keine Chance gegen die Strömung, die zwischen zwei Motus aufs Meer hinaus zieht.

Nach einigen Stunden planschen im Wasser, wird es Zeit für Sonnenuntergangsfotos auf der Sandbank. Und einmal wieder denke ich: “Ich bin im Paradies”. Und dann gibt es schon Abendessen. Frische Lagunenfische und gedämpfte Brotfrucht… So lecker!

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück nehme ich das Kajak und paddle damit aufs Meer hinaus zwischen die beiden Motus, wo es Mantarochen zu sehen gibt. Die Strömung ist stark und ich muss einen Zickzackkurs fahren um vorwärts zu kommen. Ich befestige das Kajak an den dafür vorgesehenen Bojen, ziehe meine Maske und meine Flossen an und lasse mich ins Wasser fallen. Es ist unglaublich tief und die Sicht ist aufgrund von viel Planktum ziemlich schlecht. Und dann plötzlich sehe ich etwas Dunkles auf mich zukommen. Wow, wie weit weg ist das? Ich weiss zwar, dass Mantarochen sehr scheu sind und sich von mir entfernen, sobald ich mich bewege. Aber trotzdem wird mir schon etwas mulmig – definitiv mehr als bei einem Hai – als ich einen Manta in meine Richtung schwimmen sehe. Die Mantas sind nämlich etwa drei bis vier Meter breit und somit definitiv die grössten Tiere, die ich jemals im Meer beobachtet habe.

Ich sehe zwei weitere Mantas unter mir aus dem Dunkeln kommen oder ins Dunkle verschwinden. Ich muss einfach nur geduldig warten und mich nicht zu sehr bewegen im Wasser, denn das verscheucht die Tiere. Und nach einer Weile kommen einige Boote an. Nun ist es vorbei, die Tiere ziehen ab. Ich steige in das Kajak und paddle wieder zurück an den Strand. Es ist bereits Zeit zum Duschen und Zusammenpacken. Nach einem Mittagessen – Poisson cru, also rohem Thunfisch in einer Kokosmilchsauce – geht mein Aufenthalt im Paradies auf Maupiti auch schon zu Ende.

Mit dem Boot werde ich wieder an den Flughafen gebracht. Schweren Herzens nehme ich Abschied vom Paradies und der herzlichen Familie. Ob Bora Bora noch schöner sein kann oder mindestens gleich schön?

 

Ähnliche Artikel:

2 Antworten to “Maupiti – der polynesische Inseltraum schlechthin”

  1. Silvio Hack sagt:

    Hallo !Habe deinen Reisebericht gelesen einfach toll! Bin dieses Jahr auch auf Maupiti´. Bin auch bei Facebook ( Silvio Hack ) Viele Grüße Silvio!

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //