Ist Bora Bora wirklich so schön (oder einfach nur teuer)?

Ich komme aus dem Paradies und fliege ins Paradies? So war es eigentlich gedacht. Im 40 Kilometer entfernten Maupiti gab es noch strahlenden Sonnenschein. Die Sicht beim Anflug auf Bora Bora ist schon etwas trüb. Ein grosses Boot bringt die Passagiere vom Flughafen auf die Hauptinsel.

Bora Bora wurde im 2. Weltkrieg von den US-Amerikanern als Militärstützpunkt im Pazifik aufgebaut und erhielt somit den ersten Flughafen in Französisch Polynesien. Heute ist Bora Bora als eine der teuersten und luxuriösesten Feriendestinationen bekannt und ein Klassiker für Hochzeitsreisen. Das tönt so gar nicht nach meiner Wunschdestination. Schliesslich bin ich nicht bereit 200 Dollars oder mehr pro Nacht für ein einfaches Zimmer in einer schäbigen Pension möglicherweise noch ohne Frühstück auszugeben.

Auf der Hauptinsel angekommen, benötige ich eine Möglichkeit zum Telefonieren, damit mich der Pensionsbesitzer abholen kommt. Eine Frau macht den Anruf freundlicherweise mit ihrem Mobiltelefon. Die Pension liegt einige Kilometer ausserhalb der Hauptortschaft. Die Reservation hat ein Franzose veranlasst, der in Französisch Polynesien lebt und den ich in Raiatea kennen gelernt habe. Sonst hätte ich wohl kein Zimmer für 60 Franken – ohne Frühstück etc. – auf Bora Bora gekriegt und schon gar nicht erst einen gratis Abholdienst…

Das Wasser am Steg ist dunkelblau, keine Lagune zu sehen… Ich bin ein ziemlich enttäuscht. Das ist also Bora Bora? Da ist mir das kleine Maupiti doch viel sympathischer. Zumindest der Sonnenuntergang ist schön.

Am nächsten Tag fährt mich der Pensionsbesitzer freundlicherweise nach Vaitape, damit ich ein Fahrrad mieten kann. Ich fahre damit zum südlichen Ende der Insel, wo der einzige Strand sein soll. Das Wetter ist schlecht, es ist bewölkt. Und bevor es richtig zu schütten beginnt, kann ich mich gerade noch ins Hotel Intercontinental retten. Wieder einmal einen Besuch im Luxushotel… Es ist Mittagszeit, das Restaurant ist mit Asiaten besetzt. Ich schiesse ein paar Fotos mit Regentropfen auf der Linse und stelle mich an die Poolbar. Der junge Kellner ist sichtlich gelangweilt und so kommen wir ins Gespräch. Ob ich denn ein Bungalow sehen möchte? Ja, sicher!

Und schon geht er zur Reception und kommt mit einem Schlüssel zurück. Die Zimmer waren wunderschön – siehe Fotos. Aber dafür 800 Dollar für eine Nacht bezahlen?

Den Rest des Tages regnet es immer wieder, so dass ich nicht weit komme. Ich besichtige eine Perlenfarm und lande im Shop, wo ich mich mit der Verkäuferin festquatsche – einer tauchbegeisterten Italienerin -, die schon seit zwei Jahren auf Bora Bora lebt.

Irgendwann bringe ich das Fahrrad in die Stadt zurück und die Lady von der Vermietung fährt mich freundlicherweise in die Pension zurück. Und dann regnet es nur noch. Am nächsten Morgen auch, so dass ich froh bin, Bora Bora verlassen zu können…

Fazit: Bora Bora war wie nicht anders erwartet eine riesige Enttäuschung. Wenn man nicht gerade Geld wie Heu hat und ein Bungalow über dem Wasser in einem der Luxushotels vermag, sieht man die schönen Seiten da wohl kaum…

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //