Verlassene Strände, Perlen und Hochseefischerei auf Huahine

Huahine ist eine ruhige und authentische Insel, die vom Massentourismus bisher verschont geblieben ist. Es gibt kaum Verkehr auf der Insel und das Leben hier ist ganz ruhig und gemächlich. Die Einheimischen leben weitgehend von dem was das Meer und die Natur hergeben.

Und dementsprechend habe auch ich hier gemütliche Tage verbracht mit Lesen, Sonnenbaden, Schnorcheln und Gesprächen mit anderen Touristen. Eine Kanadierin und ihr Vater haben an einem Tag ein Auto gemietet und mich auf die Inselrundfahrt mitgenommen. Schon nach einigen Kilometern war ich froh kein Fahrrad gemietet zu haben, da die Strasse nicht immer der Küste entlangführt und einige ziemlich anspruchsvolle Steigungen beinhaltet.

Einmal mehr aber hat die Regenzeit uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Himmel war weitgehend bewölkt und der Blick von den Aussichtspunkten daher etwas trüb. Aber es war spannend, da wir fast die Einzigen auf der Strasse waren und überall anhalten konnten, wo wir wollten. Neben schönen Stränden im Süden der Insel, waren die blauäugigen Aale in einem aufgestauten Dorffluss ein schönes Highlight. Als wir ankamen, hat ein Mann den Aalen Thunfischreste gefüttert und wir konnten beobachten wie sie sich durch den Bach und gierig nach dem Fisch schlängelten…

Irgendwie war mir aber dann doch noch nach sportlicher Betätigung, so dass ich mir dann am nächsten Tag ein Fahrrad gemietet habe. Die meisten Leute raten einem eher davon ab, weil es viel zu heiss ist. Ich hatte aber ja nicht vor eine Inselrundfahrt zu machen, wusste wo ich hin wollte und habe genügend Wasser mitgenommen.

So bin ich zur Perlenfarm gefahren. Die Perlenfarm befindet sich aber auf dem Wasser. Ein Bootsshuttle bringt mich auf die Perlenfarm. Dort lerne ich wie die Perlen gezüchtet werden.

Die Perlenmuscheln werden aus dem Wasser genommen und leicht geöffnet. Dann wird ein Nukleus, eine runde Kugel, in den Perlenmantel eingesetzt. Die Muschel wird wieder geschlossen und in ein Netz gebracht, welches dann ins Meer hinein gehängt wird. Dann geht es zwei Jahre bis eine kleine Perle entnommen werden kann. Die Chance, dass diese Perle von höchster Qualität ist, ist sehr klein. 1 von 100 Perlen schafft es in den kommerziellen Verkauf. Dabei ist vielleicht 1 von 300 Perlen bester Qualität. Viele Perlen gehen jedoch verloren oder sind in ihrer Form und/oder Beschaffenheit nur für günstigen Strassenschmuck verwendbar. Das erklärt auch, weshalb Muscheln so teuer sind.

Die Muscheln können dann für einen grösseren Nukleus weiter verwendet werden. Eine Muscheln kann somit für vier Zyklen, also vier Perlen, die immer leicht grösser werden weiter verwendet werden.

Der schönste Strand auf Huahine ist meiner Meinung nach vor dem ehemaligen Sofitel zu finden. Das Sofitel war nicht rentabel und wurde vor 5 Jahren geschlossen. Nun befinden sich auf der Anlage nur noch Bauruinen, die wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden dürfen. Aber der Strand ist öffentlich und dort herrscht lediglich die Gefahr, dass einem eine Kokosnuss auf den Kopf fällt oder man in eine Strömung gerät, welche jedoch in die Bucht hinein verläuft, so dass auch da keine wirkliche Gefahr besteht. Toll ist, dass an diesem Strand kein Mensch ist und man für sich allein ist. Man kann also in aller Ruhe Fotos machen, Sonnenbaden und Schnorcheln… was will man denn mehr?

Zum Abschluss in Huahine habe ich am Strand der Hauptortschaft dann doch noch die richtige Ecke zum Schnorcheln gefunden. Dort gab es ganz viele schöne farbige Fische und Korallen zu begutachten. Man lässt sich mit der Strömung mitziehen und schwimmt dann aber bereits nach kurzer Zeit wieder zurück an den Strand. Dann läuft man zurück und geht wieder rein, bis Einem die Lust zum Schnorcheln vergeht…

Wie werden denn eigentlich Thunfische gefangen? Da stand eines Abends ein Boot im Hafen. Die Leute meinten, dass es sich dabei um ein kommerzielles Fischerboot handelt. Also nichts wie hin.

Da waren Männer, die Hunderte von Haken für das Fischen von Thunfischen vorbereitet haben. Einmal mehr konnte ich dank meinen Französischkenntnissen einige Fragen stellen. Zuerst hat mich überrascht, dass Thunfische nicht mit einem Netz, sondern mit einer Fischerrute gefangen werden. Zweitens ist die Angelschnur etwa 2 Millimeter dick und die Haken sind ziemlich gross. Sprich, hätte ich die vorbereitete Angelschnur und die Haken gesehen, hätte ich wohl ziemlich gerätselt wofür die gebraucht werden. Das sah so gar nicht nach Fischen aus… Aber rein logisch überlegt, ist so ein Thunfisch auch ziemlich gross und schwer oder?

 

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