Pinguine, Seelöwen und Delfine – Otago Peninsula und Kaikoura

In Dunedin ist Einiges los und die Hostels sind alle ausgebucht. So rufen wir bei einer Adresse auf dem nahe liegenden Otago-Peninsula an. Wir schlafen nun also auf einer Schaffarm mit Blick aufs Meer. Am nächsten Tag ist kaltes Regenwetter und wir verbringen den Tag grösstenteils drinnen bei Kaffee und Kuchen. Der Bauer hat uns einen Tipp gegeben, wo wir die Pinguine sehen können, wenn sie Abends aus dem Meer kommen um in den Dünen zu nächtigen.

Am späteren Nachmittag fahren zu dem besagten Strand respektive zur Klippe und laufen die Dünen hinunter den Strand entlang. Und dann plötzlich sehen wir einen Pinguin. Er traut sich aber nicht aus dem Wasser zu kommen. Die Pinguine benötigen ihren Freiraum und sind sehr scheu Menschen gegenüber. Es stehen auch überall Hinweisschilder, dass man 200 Meter Abstand zu den Tieren halten soll. So setzen wir uns an einer entfernten Stelle hin. Es regnet munter weiter und wir sind schon durchnässt. Aber Aufgeben ist nicht. Und schliesslich sehen wir dann einen aus dem Wasser watscheln. Und einen anderen die Düne hoch watscheln. So süss! Mir kommen gleich die Gutenachtgeschichten mit Pingu in den Sinn. Hätte ich damals als Kind je gedacht, einmal einen Pinguin in der freien Natur zu sehen? Wohl nicht! Manchmal erfüllen sich auch die Träume, die man vorher gar nicht gekannt hat…

Wir stolpern fast über die zwei Seelöwen, die da noch am Strand liegen. Und einige Minuten später steht der eine auf, macht einen riesen Lärm und rennt Richtung Meer. Aus dem Meer kommt ein weiterer Seelöwe und die beiden begrüssen sich mit einem Küsschen. Das ist ja Wahnsinn! Wow, wieder so eine Überraschung.

Und damit geht’s auch in Kaikoura weiter. In Kaikoura soll man garantiert Wale und Delfine antreffen. Soll ich nun eine Walewatching-Tour oder eine Tour mit Delfinen buchen? Wale kann ich überall sehen, aber mit so vielen Delfinen auf einmal schwimmen? Die Entscheidung ist klar. Ich melde mich für die Sonnenaufgangstour um 6.00 Uhr an.

Zuerst gibt es Instruktionen und dann fahren wir mit dem Bus zur Bootsanlegestelle, wo wir aufs Boot wechseln. Dann fahren wir aufs Meer hinaus. Es ist noch dunkel, langsam geht die Sonne auf. Die letzten drei Tage hat es nur geregnet, war nass, kalt und grau. Und ich will wirklich im kalten, offenen Meer schwimmen?

Wir ziehen Neopren, Schnorchelmaske und Flossen an und setzen uns aufs Boot. Dann ertönt ein Ton, der signalisiert, dass wir nun schnell ins Wasser springen müssen. Die ersten Sekunden sind brutal. Bis der Neopren sich mit Wasser vollgesogen hat und einigermassen warm hält. Ich sehe zwar viele Delfine, kann mich aber kaum bewegen vor lauter Kälte. Durch die Flossen und den Neopren liege ich aber im Wasser auch ohne Schwimmbewegungen. Und schon müssen wir wieder hinten aufs Boot klettern.

Wir verfolgen die Delfine weiter und dann ertönt wieder ein Ton. Rein ins Wasser! Diesmal ist es wärmer und ich beginne mit den Tieren im Kreis zu schwimmen und komische Geräusche zu machen. Die Delfine bleiben nämlich in der Nähe der Menschen, wenn sie unterhalten werden. Die Dusky-Delfine sind bekannt dafür zu den verspieltesten zu gehören und besonders gerne um Menschen herum zu sein.

Es sind Hunderte von Delfinen um uns herum, die unterhalten werden wollen. Sie flitzen nur so an mir vorbei oder umkreisen mich, wenn ich das Spiel mitmache. Ab und zu sehe ich einen Delfin springen. Beim Backflip zeigt er mir seinen weissen Bauch. Die springen ganz schön hoch.

Wir gehen noch einige Male ins Wasser, bis wir uns dann warm abduschen können, den Neopren ausziehen und mit trockener Kleidung eine heisse Schokolade geniessen. Nun können wir die Delfine noch vom Boot aus beobachten und fotografieren. Da sind so viele! Ich bin überwältigt. Ein wunderschönes Erlebnis.

Auf der Rückfahrt sehen wir die Bergkette vor Kaikoura und die für Neuseeland typische lange weisse Wolke davor. In der Maori-Sprache heisst Neuseeland Aotearoa und bedeutet übersetzt nichts anderes als “das Land der langen weissen Wolke”.

Bis demnächst aus Christchurch!

Ähnliche Artikel:

Antwort eingeben

< script type = "text/javascript" > //