Auspannen vom Reisen in Sydney

Bereits bei der “Planung meiner Reise”, die so oder so nur sehr grob war, war klar, dass Australien nicht zu meinen Zielen gehört. Viele schwärmen von Australien. Für mich war klar: Zu entwickelt, zu langweilig. Punkt! Wie die USA kann ich Australien auch noch bereisen, wenn ich älter bin, das Land und seine Menschen ändern sich nicht so stark wie andere Länder, die in meinem Fokus sind.

Da aber mein Flug so oder so von Neuseeland via Sydney nach Bangkok ging, dachte ich mir, okay, ein kurzer Stopp in Australien, warum nicht? Mal reinschnuppern. Da ich dann in Neuseeland noch etwas verlängert habe, hatte ich nur etwas mehr als eine Woche in Sydney.

Und die Stadt ist echt der Hammer. Wunderschön mit der majestätischen Harbour Bridge und dem legendären Operahouse. Besonders gefallen haben mir aber auch Darling Harbour und all die Grünflächen mitten in der Stadt.

Schockiert hingegen haben mich die Preise. Sydney ist in vielen Belangen fast wenn nicht sogar identisch mit den Schweizer Preisen. Für Essen bezahlt man etwa gleich viel wie in der Schweiz und Alkohol ist beispielsweise definitiv teurer. Ich bezahlte die ersten zwei Nächte 30 Franken für ein unbequemes Bett in einem heruntergekommenen nach Urin stinkenden Hostel beim Kings Cross, dem Rotlichtviertel und der Backpackerzentrale der Stadt. Okay, ich hatte in vielen solcher Betten und nicht unbedingt saubereren Hostels mit komischen Gerüchen genächtigt, jedoch dafür nie mehr als 5 – 10 US-Dollars bezahlt. Für 30 Franken in einem entwickelten Land erwartet man doch etwas Anderes, besonders nach den ebenfalls nicht ganz günstigen (16 – 25 Franken), jedoch wunderschönen und sehr komfortablen Hostels in Neuseeland.

Am zweiten Abend habe ich mich dann mit Chelly getroffen, eine Australierin, mit der ich in Zentralamerika zwei Monate unterwegs war. Nach sieben Jahren in London und einem halbjährigen Zentralamerika-Trip, ist sie zurück in ihr Heimatland gezogen. Ein tolles Wiedersehen. Der Alltag und der Stress hat sie wieder eingeholt. Sie hat vom australischen Preisniveau ebenfalls einen riesen Schock gekriegt, als sie nach sieben einhalb Jahren wieder zurück gekehrt ist. Die Wohnungsmiete kann es übrigens locker mit Zürcher Verhältnissen aufnehmen. Wow, das hat mich echt überrascht.

Bei einem leckeren Essen und einer Flasche Wein hat sie mir dann angeboten bei ihr auf dem Sofa zu schlafen und mal kurz aus dem Backpackerleben auszusteigen. Wow, ein tolles Angebot, dass ich im Verlaufe der Woche immer mehr zu schätzen wusste.

Einen Teil des Geldes, das ich für die Übernachtungen gespart habe, habe ich in leckeres Essen investiert und uns bekocht. Ich hab es richtig genossen, nicht anzustehen um eine stinkende Waschmaschine zu benutzen, meine Kleider nicht zählen zu müssen um sicher zu sein, dass ich alle wieder zurück erhalte. Ich musste meine Wertsachen für einmal nicht wegschliessen, konnte abends mein Handy, mein Geld und meine Kamera auf dem Tisch liegen lassen und beruhigt schlafen gehen. Mein Essen im Kühlschrank war nicht der Gefahr ausgesetzt, von anderen Reisen konsumiert zu werden. Eine saubere Küche, ein sauberes Bad, mit allem ausgestattet was man braucht. Und das bisschen sauber machen hat sogar Spass gemacht.

Tagsüber konnte ich auf dem Balkon sitzen oder mich im Swimmingpool, der zum Appartmentkomplex gehört (in Sydney nichts Ungewöhnliches) abkühlen.

Ich habe eine City-Walking-Tour gemacht und mir schliesslich eine Wochenkarte für den öffentlichen Verkehr gekauft. Damit bin ich an den Bondi-Beach oder in der Stadt herum gefahren. Das beste an dieser Wochenkarte waren allerdings die Fahrten mit der Fähre mit Blick auf die Harbour Bridge und das Opera House. Ich habe das Billet richtig ausgenutzt und bin teilweise einen Umweg gefahren um möglichst viel vom Wasser aus auf die Stadt zu sehen. Manly Beach, ein Besuch im Zoo, Kaffee oder Wein trinken beim Darling Harbour… Sydney war eine tolle Erfahrung und hat mein Interesse geweckt, Australien doch irgendwann mal zu bereisen…

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