Sonnenuntergang und Sonnenaufgang in Mandalay

Ein weiteres Novum im Nachtbus, der legendäre Glaspalast, der Mandalay Hill zum Sonnenuntergang und die längste Teakholzbrücke der Welt zum Sonnenaufgang. In Mandalay ist es sehr heiss zu dieser Zeit des Jahres und das Programm hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht.

Zum Glück hat unser Taxifahrer den Busbahnhof in Yangon gekannt, sonst hätten wir unseren Bus wohl nie gefunden. Eingestiegen, war ich schon mal überrascht, dass der klimatisierte Bus über Nackenkissen und Decken verfügt. Und es war gar nicht so kalt wie sonst in klimatisierten Bussen. Die ersten Stunden der Fahrt wurden wir mit burmesischem Karaoke berieselt, die Videos dazu passend zum Wasserfestival mit Päärchen, die sich gegenseitig Wasser anspritzen. Nach einer Ewigkeit wurde der Bildschirm und die Musik dann abgestellt, nun konnte an Schlafen gedacht werden. Weit gefehlt, denn natürlich erfolgte schon der erste Toilettenstopp. Dazu wurden die Passagiere mit grellen Neonlichtern und Meditationsmusik geweckt. Beim Ausstiegen gab es dann Feuchttüchli und eine eingepackte Zahnbürste, die von den Burmesen fleissig benutzt wurde. Zum Glück habe ich auf das Zähneputzen verzichtet, denn am nächsten Tag bei Tageslicht habe ich feststellen dürfen, dass meine Zahnbürste wohl einen Produktionsfehler oder so ähnlich aufweist. Die Borsten waren ganz grau, sahen aber noch neu und unbenutzt aus ;-)

Vor Tagesanbruch kamen wir bei Mandalays Busbahnhof an und mit anderen Touristen zusammen, die ich beim Ticketkauf in Yangon kennengelernt habe, bestieg ich einen Pick up, der uns in die Stadt fuhr. Wir haben uns erst noch einige Stunden hingelegt und sind haben dann gegen Mittag ein Fahrrad gemietet. Damit sind wir zuerst zum Palast gefahren, der von einem Kanal umgeben eine riesen Fläche innerhalb der Stadt einnimmt. Touristen können das Gelände nur am Osteingang betreten. Wir mussten also schon einmal 15 Minuten in die Pedalen treten um den Eingang zu erreichen. Bei der vorherrschenden Hitze war Fahrrad fahren definitiv angenehmer als solche Distanzen zu Fuss zurück zu legen.

Der Palast wurde zwar nachgebaut, hat aber trotzdem einen Eindruck hinterlassen wie König Thibaw gelebt hat, bevor er im Jahre 1885 von den Briten nach Indien ins Exil vertrieben worden war. Der berühmte Glaspalast ist überall mit kleinen Spiegeln besetzt. Die Gebäude bestehen aus Teakholz, das zur Kolonialzeit bereits ein gefragtes Gut war. Vor dem Palast haben wir dann grüne Mangos gegessen, die mit etwas Chili und anderen Gewürzen versetzt vorzüglich geschmeckt haben.

Nach der Besichtigung einiger Klöster und Pagoden, sind wir dann zum Mandalay Hill gefahren, wo wir wieder einmal unsere Schuhe ausziehen mussten um den ungefähr halbstündigen Aufstieg über verschiedene Treppen barfuss in Angriff zu nehmen. Der Sonnenuntergang war diesmal wenig spektakulär, aber die Fahrt zurück im Dunkeln auf unseren Fahrrädern dafür umso mehr ein Abenteuer.

Strassenbeleuchtung ist in Myanmar so gut wie inexistent. Und Fahrzeuge ohne Licht sind keine Seltenheit. Wir waren also in guter Gesellschaft und sind mit den Massen um das Palastgelände herum zurückgefahren. Die Schlaglöcher am Strassenrand waren dabei die grösste Herausforderung.

Die Nacht war diesmal noch kürzer. Denn wir fuhren bereits um 04.00 Uhr wieder los zu einem Tempel, wo jeden Morgen ein Ritual stattfindet, das beobachtet werden kann. Der Tempel ist voll mit betenden Menschen, die ihr Frühstück gleich hierhin mitgebracht haben. Wir können nun also zuschauen wie der Buddha geputzt wird. Wahrscheinlich müssen sie dem Buddha immer wieder neue Goldblättchen aufziehen, weil diese ständig wegpoliert werden, denn endlos wird an der Figur gerieben mit Lappen und Putzmittel.

Wir sind aber so früh aufgestanden, damit wir den Sonnenaufgang auf der U-Bein-Brücke, der längsten Teakholzbrücke der Welt (’200 m) in der ehemaligen Hauptstadt Amarapura bestaunen können. Als wir ankommen ist es noch stockdunkel. Wir gehen schon einmal ein Stückchen auf die Brücke und setzen uns dann auf die Bänke. Die ersten Burmesen sind bereits unterwegs beim Frühsport oder zu einem Plauderstündchen mit Freunden. Und dann verfärbt sich der Himmel rosa. Herrlich! Das ist definitiv der schönste Sonnenaufgang, den ich je gesehen habe. Die Müdigkeit lohnt sich also.

Der Himmel verfärbt sich rosa, bevor die Sonne am Horizont erscheint. Immer mehr Menschen gelangen über die Brücke, dabei auch Mönche mit ihren fotogenen safranroten Gewändern. Wir passieren die Brücke und schiessen endlos Fotos.

Zurück im Hotel beschleicht mich das Gefühl, dass ich nun einfach mal raus aus den grossen Städten muss. Hsipaw? Da gibt es leider keinen Platz mehr im Bus für den Tag. Also mit dem Pick up nach Pyin Oo Lwin…

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