Begegnungen und Entspannen am Strand

Zufälle gibt’s! Ich warte am Morgen früh am Busbahnhof in Yangon um mit dem nächsten Bus an den Strand von Nshwe Saung zu fahren. “Ist er’s oder nicht” frage ich mich aus ungefähr 10 Metern Distanz? Ja, er ist’s – mein Exfreund mit seiner heutigen Frau… Die beiden sind gerade zwei Wochen durch Myanmar gereist und gehen nun noch ein paar Tage an den Strand. Nach dem Austausch einiger Reiseerfahrungen ist es Zeit für die beiden den Bus zu besteigen, ihr Bus fährt eine halbe Stunde früher als meiner. Trotzdem komme ich vorher an und sitze schon auf dem Motorradtaxi zum Guesthouse, wenn ihr Bus ankommt. Fazit: Bei organisierten Rundreisen kann man auch mal Pech haben und in den langsameren Bus gesetzt werden ;-)

Auf dem Weg nach Nshwe Saung kommen wir an einem Checkpoint vorbei, der erste während meiner Reise durch Burma. Die grüne Deltaregion wurde 2008 vom Zyklon Nargis heimgesucht. Da die burmesische Regierung mit ihrer Hilfe an der Bevölkerung total versagt und auch die Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen nicht zugelassen hat, wurde das Gebiet für den Tourismus zur Sperrzone erklärt – mit Ausnahme des Strandes in Nshwe Saung.

Unsere Pässe werden eingesammelt. Während ein Beamter unsere Daten notiert, steigt ein weiterer Beamter in den Bus und unterhält sich mit uns Touristen. Er ist verdächtig freundlich, schon zu freundlich. Ich auch, das habe ich gelernt. Mit einem Lächeln, einigen Sprüchen und Freundlichkeit kommt man an Uniformierten am schnellsten und günstigsten vorbei. Der Mann will uns aber nur die Wartezeit verkürzen bis wir unsere Pässe zurückerhalten und fragt uns wie uns Myanmar gefällt. Da die Gästehäuser und Hotels sämtliche Pass- und Visadaten melden müssen, würde es sofort auffallen, wenn man nicht in Nshwe Saung registriert ist und sich anderswo auffällt. Zu diesem Zeitpunkt würde man dann vermutlich von der Polizei oder vom Militär überwacht.

In Nshwe Saung kann man nicht viel machen ausser am Strand liegen und Entspannen. Nach der Hitze der vergangenen Wochen und dem teilweise anstrengenden Programm habe ich Lesen, meine Farbe auffrischen und eine Abkühlung zwischendurch sehr genossen.

Abends haben ich mich meistens mit einigen anderen Touristen in einem tollen Restaurant getroffen, das leckeren Fisch zubereitet hat. Ein besonderes Spektakel war jedoch die Feuershow des Besitzers. An Thailands Stränden gehören diese Feuershows zum allabendlichen Programm. Ich habe aber bisher noch nie Jemanden gesehen, der diese Kunst so gut beherrscht hat wie der Besitzer dieses besagten Restaurants. Im Rhythmus zu guter und beatstarken Musik hat er jeweils ziemlich abenteuerliche Figuren zum Besten gegeben.

Während diesen Abenden habe ich Leo und Milan aus München kennen gelernt, die am selben Tag nach Yangon zurückfuhren. Sie haben einen Burmesen kennen gelernt und sich bereits zweimal mit ihm getroffen. Kurz nach dem Einchecken im Hotel stand dann ihr Freund Rocky auch schon vor der Tür. Wir sind zuerst auf den Markt gegangen, damit die Männer Souveniers kaufen konnten und haben dann einige Bierchen getrunken. Rocky meinte, dass seine Mutter und Tante sie schon erwarten würden und Mohinga gekocht hätte. Schliesslich wurde ich dann als Rockys “grosse Schwester” – er ist nur wenige Monate jünger als ich – auch eingeladen.

Was für ein wundervoller Abschluss in Myanmar zu Besuch bei einer einheimischen Familie. Die Nudelsuppe Mohinga hat ausgezeichnet geschmeckt. Es war nur etwas komisch, dass wir alleine assen. Wenn man in Myanmar eingeladen wird, essen erst die Gäste, bevor die Gastgeber essen…

Es wird Zeit mich aus diesem wunderschönen Land mit seinen wundervollen lächelnden Menschen zu verabschieden. Ich glaube, ich werde wieder einmal herkommen…

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Eine Antwort to “Begegnungen und Entspannen am Strand”

  1. Pia Hess sagt:

    Schön und gut deine Photos. Der Bericht ist super.
    Viel Glück und Spass! Liebe Grüsse Mami.

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