Sonne, weisser Sandstrand, Fisch, Meeresfrüchte und französisches Flair im Süden Kambodschas

Sihanoukville, Koh Rong, Kampot und Kep – unterschiedlicher könnten diese Orte im Süden Kambodschas kaum sein.

Sihanoukville ist bekannt für verrückte Parties und dazu war es wieder einmal Zeit. Ich habe zwei Skandinavierinnen im Bus kennen gelernt und wir haben zusammen im Utopia eingecheckt. Das Utopia ist die Backpackerbar, wo das Nachtleben abends für abends startet. Denn von 21.00 bis 22.00 Uhr gibt es Happy Hour respektive ein Beer für 25 Cents. Für 2.50 Dollars (es gibt auch die 1 Dollar-Variante ohne Klimaanlage oder Fan mit 30 oder so Betten…) habe ich mit 13 anderen Touristen im Schlafsaal geschlafen. Es war kein Luxus, aber ertragbar, wenn man mal auf Ruhe verzichten kann…

Die Nächte waren lang und voll mit verrückten Geschichten, die tags darauf ausgetauscht wurden. Ich bin mir sehr alt vorgekommen und eigentlich ist es mir fast ein bisschen peinlich, dass ich mitgefeiert habe, obwohl ich doch gerne über die jungen und nicht wirklich an Kultur interessierten 20jährigen Backpacker, die sich von Partyort zu Partyort bewegen, herziehe. Aber tolle Musik und ein paar Bierchen haben noch nie geschadet – und davon gabs zur Genüge. Am Strand zu feiern ist schliesslich auch ein besonderes Privileg. Bei der einen Party wurde grüne und orange Farbe verteilt, die im Neonlicht geleuchtet hat und mit der sich die Touristen gegenseitig bemalt haben. Allerdings ist die Farbe nicht einfach entfernbar, so dass ich tagelang grüne Hände hatte und mein Lieblings-T-Shirt nicht mehr sauber zu kriegen war.

Nach drei langen Nächten und zwei Katertagen konnte ich es dann aber kaum erwarten den Ort zu verlassen. Koh Rong ist eine Insel vor Sihanoukville, die nur zu Fuss oder per Boot erkundet werden kann. Wir haben in einem einfachen Bambusbungalow genächtigt, wo es Abends für wenige Stunden Strom von einem Generator gab. Die Anlage war etwas abgelegen vom Dorf, so dass wir nachts nach dem Abendessen und gemütlichem Beisammensein im Dunkeln mit Taschenlampen den Strand entlang in den Wald hinein zurücklaufen mussten. Dafür konnten wir einen wunderschönen Sternenhimmel bewundern und in leuchtendem Plankton schwimmen – ein immer wieder tolles Erlebnis.

Die Strände auf Koh Rong sind puderzuckerweiss und knirschen, wenn man barfuss darüber läuft. Alleine dieses Gefühl war es wert herzukommen – einfach herrlich und so noch nie zuvor erlebt. Aber Touristen scheinen auf Koh Rong nicht wirklich willkommen zu sein. Die meisten Einheimischen waren sehr unfreundlich. An zwei Tagen haben wir ein Boot gechartert um damit Schnorcheln zu gehen. Beide Male ein totaler Reinfall. Bei beiden Bootsfahrten habe ich den Eindruck erhalten, dass die Fahrer nur den Preis abkassieren wollten und absolut kein Interesse hatten dafür etwas zu bieten. Ich kenne Schnorcheltrips in kleinen Longtailbooten von Thailand her. Der Bootsfahrer muss nicht Englisch sprechen, kann aber in die Richtung deuten, wo es etwas zu sehen gibt. Aber das war nicht der Fall. Am zweiten Tag wollten wir an einen schönen Strand auf der anderen Seite der Insel. An Schnorcheln war gar nicht zu denken, da die Strömung ziemlich heftig war und zudem keine Leiter vorhanden war um wieder zurück ins Boot zu klettern. Zum Strand selber konnten wir auch nicht fahren, weil die Strömung dafür zu stark war…

Abends war jeweils Grilliertes angesagt. Für 5 oder 6 Dollars kriegte man einen Riesenteller mit Fisch, Salat, Pomme Frites etc. Und als dann noch eine neue Bar eröffnet wurde, die bevorzugt Latinomusik spielte, bin ich defintiv im Paradies angekommen. Hier gingen die Parties viel gemächlicher und ruhiger zu und her. Man tanzt etwas, bestellt sich was an der Bar und setzt sich mit anderen Touristen an den Strand um sich auszutauschen und den Sternenhimmel zu betrachten – keine Saufgelage, paradiesisch eben.

Ich musste dann nochmals in Sihanoukville bleiben um mein Vietnamvisum zu beantragen. Diesmal habe ich mir aber einen ruhigeren Strand ausgesucht. Um zum Konsulat zu gelangen, habe ich ein Motorrad gemietet. Wow, das war ein 125er-Roller, der richtig abging. Die Fahrt hat Spass gemacht, vor allem weil einige Strassenabschnitte ziemlich gut waren und ich mal richtig Gas geben konnte. Die Kilometeranzeige hat selbstverständlich nicht funktioniert, ich bin ja schliesslich in Südostasien. Hier fährt man nach Gefühl…

Das Visum war eine kurze Sache. Ein Formular ausfüllen und zusammen mit einem Passfoto und dem Pass abgeben, 60 Dollars bezahlen und nach 10 Minuten hatte ich mein Visum in den Händen.

Ich bin dann also nach Kampot gefahren. In der Gegend wird der beste Pfeffer der Welt angebaut. Kambodschanischer Pfeffer schmeckt wirklich hervorragend, würzig, aber nicht zu scharf. Obwohl das selbstverständlich auf die Farbe des Pfeffers ankommt. Kampot hat ein netten französisches Flair mit den Kolonialstilgebäuden. Hier geht es ruhig und friedlich zu und her.

Zum Abschluss meiner Kambodschareise habe ich eine Tour nach Kep gebucht. Unterwegs haben wir Rhambuthan- und Pfefferplantagen und eine Höhle besucht. Kep war bereits zu Zeiten der französischen Kolonialherrschaft ein beliebter Ferienort und die Heimat der Krabe. Was gab es also zum Mittagessen? Kraben in Kampotpfeffer auf einer kleinen Insel vor Kep! Sehr lecker, nur habe ich wohl schon lange nicht mehr eine Ewigkeit gebraucht um zu essen. Kraben auseinandernehmen ist harte Arbeit!

Kambodscha hat mich begeistert. Kolumbien, Kambodscha… es scheinen die Länder mit “K” zu sein, die es mir besonders angetan haben… Demnächst wieder aus Vietnam. Ob sich die Gerüchte zu den unfreundlichen Vietnamesen bewahrheiten?

 

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