Abenteuersport in der schönen Landschaft Vang Viengs

Laos ist bezaubernd, Vang Vieng ist bezaubernd… Vang Vieng wurde in den letzten Jahren besonders durch Tubing und Parties bekannt. Es war der Partyort in Südostasien, wo sich Rucksacktouristen aus aller Welt auf Traktorreifen den Fluss hinunter treiben lassen haben und an der Strecke unterwegs an unzähligen Bars gestoppt haben. Wilde Rutschbahnen und Schaukeln und die Strömung mit dem konsumierten Alkohol und Drogen führten 2011 zu gegen 30 Todesfällen. Die Polizei hat dem ein Ende gesetzt. Heute bezaubert Vang Vieng durch die wunderschöne Natur.

Ein kleines laotisches Dorf am Fluss Nam Song gelegen umgeben von Karststeinbergen. An meinem ersten Tag hier hat es ohne Ende geschüttet. An Aktivitäten draussen war nicht zu denken, schon gar nicht an Tuben, denn der Fluss war reissend. Aber dann hat sich der Monsun wieder beruhigt. Ich habe mir ein Mountainbike ausgeliehen und bin zu einer Höhle gefahren.

Der Weg führte über eine unasphaltierte, holprige Strasse und die Landschaft gehört definitiv zu den bezaubernsten, die ich jemals gesehen habe. Grasgrüne Reisfelder und Karststeinberge in der Ferne. Auf der holprigen Strasse verkehren Motorräder, Tuk Tuks und Fahrradfahrer. Die Laoten unterwegs grüssen einen mit einem freundlichen “Sabaidee”. Die Kinder probieren gerne ihr Englisch aus und rufen einem etwas zu. Überall gibt es streunende Hunde, die aber keine Gefahr darstellen und bestimmt keinen Radfahrern nachrennen. Neben einigen Hühnern gibt es auch ganz viele Kühe und die tragen teilweise sogar Kuhglocken. Da fühle ich mich sogar ein bisschen heimisch. Unterwegs stehen überall Schilder zu kleinen Höhlen und kleinen Schwimmpfützen – teilweise im Garten der Einheimischen – und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Die Strasse ist gut beschildert. Die Fahrt ist abenteuerlich und man fährt ab und zu durch Matsch oder gar durch Wasser – es hat die letzten Tage viel geregnet. Irgendwann kommt ein Parkplatz, wo Eintritt zur Höhle verlangt wird. Die blaue Lagune ist leider nicht blau. Es ist nämlich Regenzeit, so dass das Wasser eher eine bräunliche Farbe hat. Aber das stört die Wenigsten. Touristen und Einheimische springen in waghalsigen Posen vom Baum ins Wasser. Der Weg zur Höhle führt über einen anstrengenden steilen Pfad in den Wald hinein und den Berg hoch.

Die gemietete Taschenlampe erweist sich als ziemlich nützlich. Denn die Höhle ist riesig und die schlecht beschilderten Pfade sind rutschig. Es sind viele Leute da, so dass es nicht unheimlich wird, wenn ich alleine hineingehe. Das Herumkraxeln in der Höhle hat Lust auf mehr gemacht. Ich habe mich für einen Kletterkurs angemeldet.

Adam scheint der erste kletternde Laote gewesen zu sein. Er hat jahrelang in Thailand, Deutschland und Frankreich gearbeitet und spricht sogar Deutsch. Er gewinnt mein Vertrauen. Heute Morgen ging’s dann los. Zuerst mit dem Tuk Tuk für ungefähr 15 Minuten. Dann erwartet uns ein Fussmarsch bis zum Einstieg an die Kletterwand. Dieser Fussmarsch ist bereits eine harte Probe. Wir laufen durch Matsch und überqueren schliesslich einen kleinen Fluss in knietiefem reissendem Wasser. Dann geht es den Berg hinauf. Das ist wohl bereits der erste Test, ob man fürs Klettern geeignet ist. Es ist rutschig, die Absätze sind sehr hoch und man benötigt definitiv beide Hände und Arme um hochzukraxeln. Dazu kommt noch, dass es brütend heiss ist.

Und dann stehen wir vor der Wand. Ähmmm? Das ist eine Anfängerwand? Die Wand geht gerade hoch und ich sehe kaum Stellen, wo man Hände und Füsse abstützen kann. Und Platz zum Sichern ist auch nicht gerade viel vorhanden. Wir beginnen mit 5a. Der Belgier in meiner Gruppe ist Sportlehrer, ist zwar selber noch nie geklettert, hat aber schon oft gesichert und meint, dass dies definitiv kein Anfängerterrain ist. Aber er meistert sich ganz gut und klettert die 15 Meter bis zum Überhang mit einer Leichtigkeit hoch. Ich bin als Nächste dran. Die Kletterschuhe sind eng. Und habe ich schon gesagt, dass es brütend heiss ist? Und ich bin nervös. Unser Guide gibt mir von Unten Anweisungen, wenn ich mit meinen Bewegungen inehalte. Auf ungefähr 12 Metern muss ich aufgeben. Ich habe keine Kraft mehr in meinen Unterarmen – das typische Anfängerproblem.

Dann wagen wir uns an 5b heran. Wieder das Gleiche. Auf ungefähr 12 Metern brennen meine Unterarme nur noch. Aber die Aussicht ist atemberaubend. Als ich wieder unten bin, stelle ich fest, dass wir gar keine Helme auf hatten. Spielt nun auch keine Rolle mehr…

Nachmittags ist nochmals Mountainbiken angesagt. Ich fahre wiederum über eine holprige Strasse, diesmal mit Steigungen und Abfahrten, die aufgrund des Strassenzustandes abenteuerlich sind. Auf dieser Strecke gibt es weniger Verkehr als gestern. Dafür sind die Leute um so freundlicher. Die Laoten auf den Motorrädern bremsen neben mir ab um Guten Tag zu sagen. Die Kinder kommen auf mich zugerannt. Ich sehe nur wenige Touristen und alle sind mit einem Motorradroller unterwegs. Hier biken wohl nicht viele Touristen. Einige Laoten halten auch den Daumen hoch, wenn ich mit einem Lächeln in meinem Gesicht und auf die Strasse konzentriert an ihnen vorbeifahre. Vermutlich sind ihnen mountainbikefahrende Touristen lieber als halbnackte betrunkende weisse Körper auf Traktorenreifen…

Der Wasserfall befindet sich am Rande der Berge und ist beeindruckend. Aufgrund des Regens der letzten Tage prasselt eine gewaltige Menge Nass herunter. Man kann sogar zum Rand des Beckens absteigen, wo das Wasser herunterprallt. Nur kommt man von dort komplett durchnässt wieder hoch. Aber an so einem heissen Tag ist eine Ganzkörperdusche von einem Wasserfall einfach herrlich und selbst meine Trekkingschuhe können einmal komplett waschen auch wieder mal vertragen… Fazit: Vang Vieng ist und bleibt ein Traum!

 

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